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Normal ist: Säulen eines alten Tempels, abgelegen in der Einsamkeit eines Berges, aber trotzdem gut ausgeschildert für neugierige Besucher, eine ganze Ruinenstadt, ganz in der Nähe einer modernen Metropole - aber in jedem Fall eingezäunt, zu betreten nur nach Eintritt. Doch in der Regel hat die Stätte der Antike mit dem heutigen Leben nichts zu tun. Ihre alten Bewohner gibt es nicht mehr, neue würden von Denkmalschützern und Archäologen eher als störend empfunden.

Es gibt aber auch eine große Ausnahme: Split an der kroatischen Adriaküste, die Stadt, die in der Zeit des frühen Mittelalters im alten römischen Kaiserplasat des Diokletian urwüchsig entstanden ist, die heute noch die antiken Bauwerke mit modernem urbanen Leben verbindet.
Durch einen römischen Tunnelgang, der der mittelalterlichen Bewohnern Schutz vor Angreifern bot, betritt man wie vor Jahrhunderten die Innenstadt von Split.
Das Faszinierende ist dabei gar nicht die Mächtigkeit dieses 1700 Jahre alten Tunnelganges, es ist schlicht und ergreifend der Umstand, dass dieser Haupttunnel, der Promenade und Altstadt verbindet, nun als Unterstand der Souvenirhändler genutzt wird. Das Faszinierende sind nicht das Mausoleum Diokletians, der Kirchturm daneben oder die Sphinxen davor; das Faszinierende ist, dass man unmittelbar vor dieser Kulisse in einem Café sitzen kann, das sind die improvisiert aufgestellten Tische und Stühle in den alten Palastnischen, die aus den Fenstern hängende Wäsche zwischen antiken Mauern, das moderne Geschäft in einer wie auch immer früher genutzten Halle oder Kammer.
Geschichte ist der Steinbruch für gegenwärtiges Leben - das ist der Grundgedanke, der sich mir bei einem Rundgang durch Split erschließt. (Mehr über Split hier)
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