Antike Stätten - in Nord- Mitteleuropa 

 
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Warum in die Ferne schweifen: Spuren aus der Vorzeit gibt es auch bei uns. Nord- und Mitteleuropa war nämlich schon vor der Zeitenwende nicht die Heimat in Urwäldern lebender "Barbaren", sondern der Raum, in dem eigenständige Hochkulturen blühten.

Die Wikinger, die schließlich im Mittelalter die Bühne der Geschichte betrateten und von denen wir beispielsweise die steinernen "Schiffsgräber" noch heute in Schweden bewundern können, waren nur die letzten in einer langen Kette von Völkern, die in Nord- und Mitteleurooa ihre Spuren hinterließen. (Hier das "Schiffsgrab" als Postkarte)

  

Die Erbauer der mächtigen "Hühnengräber" - das Foto rechts zeigt ein solches Grab auf der Ostseeinsel Usedom - waren, als die Wikinger von Skandinavien aus durch ganz Europa zogen, längst vergessen. Diese Hühnengräber waren auch schon als, als die Germanen das heutige Deutschland besiedelten - sie stammen aus der Zeit, in der beispielsweise in Ägypten die Pyramiden entstanden, und die Erbauer der Hühnengräber waren den ägyptischen Handwerkern und Baumeistern kaum unterlegen.

Wie geschickt sie waren verraten beispielsweise die kunstvollen Grabbeigaben aus Gold und Bronze, die in solchen Hühnengräbern gefunden wurden - und wir wissen heute, dass es nicht einzelne lokale Stämme waren, die dafür verantwortlich waren, sondern eine Hochkultur, die sich über den ganzen miteleuropäischen Raum erstreckte.

Moderne Wissenschaft hat herausgefunden: Bereits in der Bronzezeit war es möglich, mit dem Schiff von der Ostsee- oder Nordseeküste bis ans Schwarze Meer zu fahren. Manche Flussläufe waren zu diesem Zweck umgeleitet oder durch Kanäle verbunden worden. Das setzt voraus, dass sich die Menschen über solche frühzeitlichen Großprojekte abgesprochen haben müssen.

Aber warum kennen wir dann nur ihre steinernen Gräber? Warum wurden keine Städte, keine schriftlichen Aufzeichnungen gefunden? Auch von den Ägyptern haben wir nicht viel mehr, als was sie in Stein hinterlassen haben - von den Bauerndördern aus Schilf blieb ebenfalls nichts übrig. Und die Menschen in Nord- und Mitteleuropa konnten auf einen Rohstoff zurückgreifen, den es in Ägypten oder an Euphrat und Tigris nicht so reichlich gab: Das Holz. Im Ägyptischen Museum in Kairo steht heute als eines der Prunkstücke ein vor rund 4000 Jahren gefertigter Streitwagen, gebaut aus Eichenholz. Doch das gab es nicht am Nil, sondern nur im nördlichen und mittleren Europa.

Homer schließlich berichtet in seinem Odysseus von einem mächtigen Volk, das in einem Land lebt, in dem es ein halbes Jahr lang Tag, ein halbes Jahr lang Nacht ist, den Hyperboräern. Doch von der skandinavischen Mittsommernacht kann Homer nur aus den Erzählungen weit gereister Händler gewusst haben - ein Beleg für einen umfasssenden bronzezeitlichen Kulturraum, der bis in den Norden Europas reichte.

 

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