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Schützengilde Hopfgarten

 

 

Kaiser Maximilian I. erließ 1511 gemeinsam mit den Ständen beim Landtag in Bozen das berühmte "LANDLIBELL", eine neue Wehrverfassung, in der den freien Tirolern, die be-reits damals die wesentlichen Grundrechte einer demokratischen Landesordnung besaßen, Freiheit und Verteidigung des Landes anvertraut wurden

 

Der Kaiser verpflichtete sich darin, keinen Krieg ohne Willen der Stände zu führen, und entband die Tiroler von der Verpflichtung, außerhalb der Grenzen des Landes Kriegsdienste zu leisten und gab ihnen Waffenfreiheit, nicht nur dem Edelmann, sondern auch dem Bürger und dem Bauern. Die Tiroler trugen Waffen und verwahrten sie griffbereit daheim.

Als Gegenleistung erklärten sich die Tiroler bereit, im Falle eines Angriffes, ihr Land selbst zu verteidigen. Das "Aufgebot" der Miliz – meist als Zuzug bezeichnet – war streng geregelt. Je nach Bedrohung sollten in vier Stufen erst 5000, dann 10 000, 15 000 und 20 000 wehrfähige Männer im Alter zwischen 20 und 50 Jahren zu den Waffen gerufen und bereit- gestellt werden. Die Auswahl trafen die Gerichtsgemeinden.

 

So entstand das einzigartige Tiroler Schützenwesen, die Schießstände, die Scheiben- oder Standschützen. Aus diesen Schützengesellschaften entstanden dann um 1600 die örtlichen Stand- und Schützenkompanien.

 

Das Brixentaler Schützenwesen geht aber nicht – wie man als Tiroler natürlich glauben könnte – auf dieses "Tiroler Landlibell" von 1511 zurück, denn die Brixentaler wa-ren damals noch Salzburger, das Brixental kam ja erst 1816 zu Tirol.

 

Natürlich gab es auch im Lande Salzburg – zu dem also unsere engere Heimat, das Brixental, seit 1380 gehörte – seit der Errichtung der "Salzburger Landfahne" im Jahre 1456 eine Landesverteidigungspflicht.

 

Durch das von Erzbischof Sigismund Volkersdorf (1425 – 1461) eingerichtete Aufgebot des 10. Mannes wurde bestimmt, dass bei "Landesnot und Landesgefahr in Stift und Landt Salzburg" jeder zehnte männliche Erwachsene verpflichtet war, zur Verteidigung der Heimat auszurücken. In Zeiten ganz besonderer Not galt sogar der "Anschlag des fünften Mannes". Der Pfleger musste im Falle eines Verteidigungskrieges die "Landfahne" einberufen und befehligen. In allen damaligen Salzburger Gerichtsbezirken entstanden nun sogenannte "FÄHNLEIN" als Verteidigungseinheiten.

 

Das Fähnlein ITTER umfasste zwei Züge: Bei Gefahr hatte der Zug aus Hopfgarten-Markt, Hopfgarten-Land und Itter die Klause bei Itter gegen Söll hin zu sichern. Dem Zug mit den Leuten aus Westendorf, Brixen und Kirchberg war die Grenze in Klausen bei Kirchberg anvertraut.

Laut einer Aufzeichnung im Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien hatte das Gericht Itter im Jahre 1456 dem "Anschlag des zehnten Mannes" zufolge von 776 Angesessenen (Besit-zenden) 77 wehrhafte Männer zur Verteidigung der Heimat abzustellen.

 

Erzbischof Paris Lodron, der damalige Landesfürst des Erzstiftes Salzburg, ließ 1620 die "Landfahne" neu organisieren und bei den einzelnen Landgerichten sogenannte Musterungs-register anlegen. (Leider ist uns kein Musterungsregister aus dem Brixental erhalten).

 

 

Die " Salzburger Landmiliz ", wie sie nun hieß, bestand nun aus 5 Fähnlein "vor dem Gebirg" und 8 Fähnlein "inner Gebirg", zu dem auch das Brixental gehörte.

 

 

Der Bestand eines Schützenvereines in Hopfgarten wird schon 1650 erwähnt. Dieser Schützenverein ist sicherlich der Ursprung der Schützengilde Hopfgarten.

Nach noch vorhandenen Aufzeichnungen bestand schon 1730 ein Schießstand in Hopfgarten, wo er aber zu dieser Zeit stand, ist heute nicht mehr feststellbar, mit Sicherheit aber noch nicht im Högergraben.

 

Im Jahre 1805 war Salzburg ein österreichisches Herzogtum geworden und wir Brixentaler wurden erstmals Österreicher (und Tirol kam zu Bayern.) Deshalb musste die salzburgische Landwehr – wie die Landfahne von 1456 bzw. Landmiliz von 1620 nun hieß – 1808 neu organisiert werden.

Die Gemeinden des Brixentales hatten nunmehr für ständig die 138 Mann starke 6. Kom-pagnie (Hopfgarten) des IV. Landwehr-Bataillons (Maishofen) zu stellen. Kommandant der 6. Kompanie (Gericht Hopfgarten) war Oberleutnant S c h a t t a u e r , Beamter des Rent-amtes in Kirchberg.

Die Ausmusterung erfolgte durch das Los: 4 Oberoffiziere (1Hauptmann, 1Oberleutnant, 1 Unterleutnant,1 Fähnrich), 14 Unteroffiziere (2 Feldwebel, 12 Korporale), 118 Gemeine und 2 Spielleute .

 

Die Kompanie hatte monatlich in Brixen und die einzelnen Abteilungen an Sonn- und Feier-tagen in ihren jeweiligen Kirchorten (Hopfgarten, Westendorf, Brixen und Kirchberg) durch 1 – 2 Stunden zu üben. Sold wurde keiner gezahlt. Ein Sold stand nur den Offizieren und Unteroffizieren während der 14tägigen Waffenübung des Bataillons in Maishofen zu.

 

Jene wehrfähigen Männer, welche nicht der Landwehr-Kompanie zugelost wurden, kamen im Ernstfall zu einer Schützenkompanie, die auch mit Schusswaffen (Stutzen, Büchsen, Flinten) ausgestattet war.

Männer im Alter von 41 bis 60 Jahren wurden hingegen den Sturmkompanien zugeteilt. Sie waren nur mit Hieb- und Stichwaffen (Hellebarden, Spieße, Lanzen) ausgestattet und wurden für den Grenzschutz (41 bis 50 Jahre) oder für die innere Ordnung und Sicherheit (51 bis 60 Jahren) verwendet.

Während die Landwehr (Landmiliz) dem Landesfürsten unterstand, oblag die Formierung und Aufbietung der Landesschützen und des Landsturmes der Gerichtsgemeinde, dem Gerichtsausschuss.

 

Als am 9. April 1809 die österreichische Kriegserklärung an Frankreich und seine Verbündeten erfolgte, wurden natürlich auch die vier salzburgischen Landwehrbataillone auf-geboten.

Das IV. Bataillon mit der 6. Hopfgartner Kompanie nahm an den Kämpfen am Pass Lueg teil, am Gefecht bei St. Michael in der Steiermark und in der Schlacht bei Raab in Ungarn. Das Bataillon wurde dann als Besatzung in die Burg Komorn verlegt.

Tod und Verwundung und die ungarischen Sumpffieber lichteten die Mannschaft so sehr, dass aus den Überresten der 4 Bataillone nur mehr ein einziges Bataillon gebildet werden konnte, das dann nach dem Friedensschluss vom 14. Oktober 1809 aufgelöst wurde.

 

Der Anteil der Brixentaler an der Landesverteidigung 1809 ist um so höher einzuschätzen, als das Brixental – wie bereits erwähnt - 1809 noch zu Salzburg gehörte.

Während die übrigen Salzburger Gebirgsgaue (Pinzgau, Pongau, Lungau,, Windischmatrei) sich erst im Mai 1809 den Tirolern anschlossen, haben die salzburgischen Brixentaler (und die Zillertaler) schon im April 1809 mit den Tirolern gemeinsame Sache gemacht.

Im Jahre 1809 sind die Brixentaler Schützenkompanien insgesamt 25 mal unter 16 verschie-denen Schützenhauptleuten ausgerückt.

 

Im April 1809 standen 455 Schützen bei Wörgl, im Mai 351 Schützen bei Sachrang und 710 Schützen bei St. Johann und Waidring, im September 99 Schützen bei Weißbach, 666 Schützen bei Kufstein in der Landesverteidigung. Das waren zusammen 2 281 Mann und das bei einer damaligen Einwohnerzahl von nur 6 122 Seelen.

Vom 11. Mai bis 13. Mai 1809 und vom 24. bis 30. September 1809 befanden sich im Brixental nur mehr Kinder, Frauen und Greise zu Hause. Alle wehrfähigen Männer von 16 bis 60 Jahren waren zur Landesverteidigung eingezogen.

 

Allein diese Zahlen beweisen, mit welcher Hingabe sich die Brixentaler für die Freiheit ihrer Heimat eingesetzt haben. Dabei muss aber schon berücksichtigt werden, dass es den Brixen-talern wahrlich nicht leicht gemacht wurde, denn die weltliche als auch geistliche Obrigkeit in Hopfgarten bzw. Brixen war (notgedrungen) nicht für die Beteiligung an der Erhebung Tirols. Außerdem hatte das ungestüme Benehmen einiger Schützen aus der näheren und weiteren Umgebung (Wildschönau, Wörgl, Schwaz), die sich als "Tiroler" gebärdeten, Speis und Trank forderten, stahlen, Leute misshandelten, den Pfleger verhaften u.a.m. und sich des-halb gerade bei uns in Hopfgarten den Unmut und den Abscheu der Bevölkerung zugezogen.

 

Zum Führerstab der Schützen- und Landsturm-Kompanien im Landgericht Hopfgarten zähl- ten im Jahre1809 aus unserer Gemeinde:

Johann Georg Angerer, Sensenschmied, Max Michl, Förster u. Unterwaldmeister

Thomas Mayr, Lederermeister Urban Mayr, Schmiedemeister zu Boden

Mathias Fuchs, Hanslbauer a. Penningberg Peter Entleitner, Grafenmüller

Josef Naber, Revierförster.

 

 

Folgende Hopfgartner sind 1809 während der Freiheitskriege gefallen :

 

 

A r b Nikolaus, Sattler, wohnhaft beim Saliterer, am 12. 5. 1809 in Waidring erschossen

 

B e r a u e r Josef, Bauer zu Eham, am 14. Mai 1809 beim sog. "Schanzl" im Kufsteiner

Wald während einer Attacke wegen des Ausfalles der Bayern aus der Festung

Kufstein im 24. Lbj. erschossen

 

L i n d n er Georg, Senner beim "Grübl" am Gruberberg, am 6. November 1809 nach einer

schweren Verwundung in Zell am Ziller im 32. Lbj. verstorben.

 

S i g l Josef , Kanzlist beim Landgericht Hopfgarten, aus Rottenmann in der Steiermark stam-

mend, am 14. Oktober 1809 im 31. Lbj. bei Mellek gefallen.

 

T i e f e n t h a l e r Leonhard, Knecht beim Hanslbauer am Penningberg, am 6. November

nach einer schweren Verwundung in Zell am Ziller gestorben.

 

Die letzte Bergiselschlacht am 1. November 1809 endete mit der endgültigen Niederlage des Tiroler Freiheitskampfes. Auch die Schutzdeputation und das seinerzeit in Hopfgarten er-richtete Landesverteidigungskommando lösen sich auf.

 

Im Frieden von Schönbrunn ( 14. Oktober 1809 ) kam Salzburg ( natürlich mit dem Brixental ) zu Bayern, das Gericht Hopfgarten wurde am 28. Feber 1810 dem Salzachkreis des bayrischen Königreiches zugeschlagen. König Maximilian I. war nun unser Landesherr.

Im Frieden von Paris ( 3. Juni 1814) kam Tirol wieder zu Österreich, Salzburg mit dem Brixental verblieb vorerst noch bei Bayern. Erst im Vertrag von München (14. April 1816) kamen beide zu Österreich.

 

 

 

Am 1. Mai 1816 wurde das Brixental ( mit den beiden ebenfalls salzburgischen Gerichten Fügen u. Zell. a. Z. ) endgültig mit Tirol vereinigt. Daran erinnert die 1991 anläßlich der Feier der 175jährigen Zugehörigkeit unserer Gemeinde zu Tirol vom Künstler Karl Obleitner geschaffene Figur des Hl. Leonhard am Marktgemeindeamt.

 

Das 1. " Vortlschießen " nach den napoleonischen Wirren fand bei der Eröffnung der Schießstatt Hopfgarten am 10. August 1818 um die von seiner k.k. Majestät bewilligte Schießgaben statt. Am 24. 10. 1830 wird ein Schießstand in der "Haselau" erwähnt.

 

Als im Jahre 1848 die italienischen Freischaren Garibaldis die Welschtiroler Grenze be -drohten, war es neben "Vater" Radetzky den Tiroler Kaiserjägern und nicht zuletzt den 144 freiwilligen Tiroler Schützenkompanien zu danken, dass das Jahr 1848 ohne Gebietsverlu-ste für Österreich vorüberging.

Darunter war auch eine Schützenkompanie des Hopfgartner Glasherrn Franz Friedrich, die er aufgestellt und auf eigene Kosten ausgerüstet hatte. Er hatte sie u.a. mit selbst erzeugten Pulverhörnern aus Glas ausgestattet. (Ein solches befindet sich noch heute im Heimatmuseum Kitzbühel).

 

Nach der Rückkehr veranstaltete er in Hörbrunn auf eigene Kosten ein Freischießen "zur Feier der Erwählung Seiner kaiserlichen Hoheit des Erzherzogs Johann unseres vielgeliebten Schützenvaters zum deutschen Reichsverweser" und spendierte hiezu Festgaben von 40 Gulden und ein Glasservice.

 

Am 4. Oktober 1849, dem Namenstag des Kaisers, konnte er in Hopfgarten die von seiner Majestät den Landesverteidigern von 1848 verliehenen Erinnerungsmedaillen überreichen.

 

Glasherr Franz Friedrich war ein großer Patriot und Freund des Tiroler Schützenwesens. Er errichtete in Hörbrunn einen eigenen Schießstand und spendierte für den neuen Haller Schießstand herrliche farbige Gläser für dessen Fenster.

 

Als 1848 Kaiser Ferdinand I. wegen der Revolution von Wien nach Innsbruck flüchten musste, war auch die Scharfschützenkompanie Hopfgarten unter ihrem Hauptmann Franz Friedrich zum Schutze seiner Majestät und des Hofes ausgerückt.

 

Franz Friedrich war ein so bekannter, geachteter Mann, dass er zum Empfang der " Aller-höchsten Braut Elisabeth" ("Sissy") am 14. April 1849 persönlich nach Wien eingeladen wurde.

 

1863 stiftete er zum großen Landesschießen in Innsbruck aus Anlass der 500jährigen Ver-einigung Tirols mit Österreich zwei Glaspokale und einen Aufsatz als Bestgaben.

Bei der Anwesenheit des Kaisers zum großen Schützenfestzug am 29. September 1863 kredenzte Kreszenzia, die Tochter des Glasherrn, als fesche Markedenterin der Hopfgartner Schützen dem Kaiser den Wein aus einem von ihrem Vater dafür eigens angefertigten Hör-brunner Pokal.

Als ihr dieser durch eine ungeschickte Bewegung entglitt und zerbrach, erfuhr der Kaiser von diesem Mißgeschick und ließ ihr dafür als Ersatz im Rahmen eines großen Schützenfestes am 28. November 1863 in Hopfgarten einen prachtvollen Kristallpokal mit seinem Namenszug überreichen. ( Dieser Pokal war bis zum Ende des Ersten Weltkrieges im Schießstand aufbe-wahrt und ist dann bei einem Einbruch verloren gegangen).

 

 

1859 verlor Österreich im Kampf um Oberitalien gegen Frankreich und Sardinien/Piemont nach den Niederlagen von Magenta und Solferino die Lombardei. Beim Schutze der Grenzen Welschtirols bewährten sich wiederum unsere Schützen unter Hauptmann Albert Ascher erfolgreich.

 

1866 kämpften sie unter Hauptmann J. Mühlberger im Val di Ledro, besonders in dem siegreichen, blutigen Gefecht bei Bezecca gegen die Garibaldiner. Infolge dieses Krieges, vor allem wegen der Niederlage gegen Preußen im Norden, mußte Österreich Venetien abtreten.

 

Tirol war dadurch Grenzland geworden, es grenzte nun im Süden an keine österreichische Provinz mehr, sondern zur Gänze an das großgewordene Italien, das die rund 300.000 italienischsprachigen Bewohner der südlichen Landesteile als "unerlöste" Brüder betrachtete.

 

 

Die Schützengilde Hopfgarten besitzt eine Fahne aus dem Jahre 1710. Laut Überlieferung wurde sie bei den erwähnten Kämpfen von 1809, 1848, 1859 und 1866 mitgetragen.

 

Die alte Schützenfahne wurde im Jahre 1959 vom Tiroler Landesdenkmalamt renoviert und nahm am 15. August 1959 an der Landesfeier am Bergisel als älteste Schützenfahne Tirols teil. Fahnenbegleiter waren damals Alois Decker und Hans Mayr.

 

 

Mit 18. April 1856 wird der Schützengilde vom verstorbenen Pechlwirt und Besitzer des Meierhof- oder Högergutes Johann Mammoser das Recht eingeräumt, im Högergraben eine Schießstätte behufs Schießübungen zu erbauen und Mammoser verpflichtet sich auch noch, hiezu mehreres Baumaterial zu liefern. Es wird durch die Bewilligung zum Bau einer Schießstätte auch gleich das Recht eingeräumt, über den ganzen Luftraum oberhalb der Schießstätte zu verfügen und diesen zu Schießzwecken benützen zu dürfen.

Dieser Vertrag wurde von der Witwe und Vormünderin Anna Niederstrasser, vom gerichtlich bestellten Mitvormund Johann Repperschnee, Besitzer des Lehenhofes, von Herrn k.k. Bezirksförster Josef Raber, derzeit Oberschützenmeister, von Herrn k.k. Bezirksamt Kanz-list Maximilian Spielberger, derzeit Unterschützenmeister als Vertreter des k.k. Gerichts-schießstandes und vom k.k. Gerichtsvorsteher Franz Ofner unterfertigt.

 

Und dann kam der 1. Weltkrieg mit dem treulosen Verrat Italiens, das am 23. Mai 1915 sei-nem früheren Bündnispartner Österreich-Ungarn den Krieg erklärte und entlang der Grenze aufmarschierte.

Tirol schien diesem Angriff schutzlos ausgeliefert. Seine Kaiserjägerregimenter und die Landesschützen, - die ob ihrer Tapferkeit seit 1917 den von Kaiser Karl I. verliehenen Ehrentitel "Kaiserschützen" tragen durften - sogar die als Reserve geltenden Landsturm-regimenter kämpften und verbluteten fern ihrer Heimat auf den Schlachtfeldern Rußlands und Serbiens.

In dieser Situation kam nun alles wieder einmal auf die in den Listen der Schießstände eingetragenen Standschützen an. Alle dienstpflichtigen Männer von 21 bis 42 Jahren waren ja eingezogen. Von den 60.000 im Jahr 1913 gezählten Scheibenschützen waren nur die Jüngsten, Ältesten oder Untauglichen im Land geblieben und wurden jetzt als wirklich "letz-tes Aufgebot" einberufen.

Tausende junger Burschen und alter Männer .ließen sich im nächsten Schießstand "einrollieren", um auch mit ausrücken zu dürfen. Insgesamt waren es 32. 000 Mann, darunter 2 000 Vorarlberger und 3 400 Welschtiroler, die ab Mitte Mai an die nur notdürftig durch Verteidigungsanlagen gesicherte Grenzlinie geschickt wurden.

Am 21. August 1915 zogen die beiden Brixentaler Standschützenkompagnien unter den Hauptleuten Franz Bichler, Högerbauer in Hopfgarten, und Konrad Bachler, Hundsbichl-bauer in Brixen, nach Welschtirol und bewährten sich im heißumkämpften Abschnitt der Hochfläche von Folgaria und Lavarone.

 

Der Waffenstillstand beendete am 3. November 1918 den Krieg. Unbesiegt gingen auch die Standschützen in die italienische Gefangenschaft, weil sich die österr. Armeeführung beim Waffenstillstand um einen ganzen Tag geirrt hatte. (Die Italiener traten erst am 4. November in den Stillstand).Umsonst war der letzte Kampf um Tirol gewesen, Südtirol kam zu Italien.

 

 

Das war der letzte große Einsatz der Tiroler Standschützen gewesen, die über 200 Jahre lang in ganz Europa einen großen Namen hatten.

Nach dem l. Weltkrieg wurde im nunmehrigen Bundesland Tirol, Nord- und Osttirol umfas-send, am 26. 12. 1925 der

 

" LANDESSCHÜTZENBUND "

als " Vereinigung aller Schützengesellschaften, der Scheibenschützen, der Gilden und Sport- schützen, der Paradeschützen und der Veteraner " gegründet.

Am 19. 3. 1927 wurde Landeshauptmann Dr. Franz Stumpf (1921-1935) zum LANDES-OBERSTSCHÜTZENMEISTER gewählt.

 

1945 wurde der "Volkssturm" aufgeboten. Er kam aber nicht mehr zum Einsatz, da mittlerweile – am 8. Mai – die Kapitulation der deutschen Wehrmacht erfolgte.

Am 8. Mai wurde das Brixental zuerst von den Amerikanern und dann – zum drittenmal in seiner Geschichte (1801, 1810, 1945 ) – von den Franzosen besetzt.

 

Auch der 2. Weltkrieg brachte das Schützenwesen zum Erliegen.

 

Am 17. Jänner 1948 wurde der Tiroler Sportschützenverband gegründet, der dann am 10. September 1950 wieder den alten Namen

 

"TIROLER LANDESSCHÜTZENBUND"

angenommen hatte. Ihm gehörten im Gegensatz zu den Jahren vor dem Jahre 1938 nur mehr die Scheibenschützen an. Der gemeinnützige Zweck dieses Bundes ist " die Pflege des im Land Tirol seit mehr als einem halben Jahrtausend betriebenen Schießsportes und die Abhaltung geselliger Veranstaltungen der Kameradschaft".

An der Spitze steht der Landesoberstschützenmeister, eine Ehrenstelle, die dem jeweiligen Landeshauptmann von Tirol vorbehalten ist.

Die organisatorische Leitung obliegt dem Landesoberschützenmeister. Zum ersten Landesoberschützenmeister wurde der ehemalige Landeshauptmann Major Hofrat Dr. Josef Schuhmacher (1935 – 1938) gewählt.

 

 

Verwendete Literatur : Egg - Pfaundler: Das große Tiroler Schützenbuch

A. Flecksberger: Der Anteil des Brixentales an der Landesverteidigung 1809

M. Mayer : Der Tiroler Anteil des Erzbistums Salzburg , 2. Heft

Schützengilde Hopfgarten :Diverse Unterlagen und Protokolle

Prof. Fritz Kirchmair: Chronik des Bezirksschützenbundes Kufstein

Ing. Klaus S A L C H E R , vulgo "Formegger Klaus", hat im Tiroler Landesarchiv für die Hopfgartner Schützen einen "Schatz" ausgehoben und der Schützengilde Hopfgarten zur Verfügung gestellt, nämlich eine seit dem Jahre 1730 sauber, genau und bestens geführte

 

 

" SCHIZEN=LATH=RAITHUNG ",

 

heute würde man sagen " Kassabuch eines Schützenvereines ", im konkreten Fall sind es die Aufzeichnungen der Schützen des Brixenthales.

 

Diese Seiten sind insofern aufschlussreich, als man einerseits daraus ersehen kann, dass schon Jahre vor 1730 dieser Verein bestanden haben muss, weil dieses Buch von Männer angelegt wurde, die in der Führung eines Vereines und dessen Kasse offensichtlich große Erfahrung gehabt haben müssen. Nach alter Überlieferung bestand ja seit 1650 in Hopfgarten ein Schützenverein.

 

Es sind nicht nur die Einnahmen und Ausgaben peinlich genau angeführt, sondern jede Jahresrechnung wurde bei einer "Generalversammlung" vom "Raithlegenden" (Kassier) ver-lesen, es wurde darüber debattiert, abgestimmt und deren Richtigkeit durch die Unterschrift der Schützenmeister und mehrerer Schützen bestätigt. Die genaue Buchführung wurde mei-stens auch noch durch die Unterschrift des Pflegers, des Landrichters oder eines Pflegs-adjunken bestätigt (Johann Christoph Trauner, Johann Georg Trauner, Johann Anton Lasser von Zollheim, Anton von Sammern, Josef Dallatorre).

Andererseits lernen wir die Namen von bisher nicht bekannten Ober- und Unterschützenmeister kennen.

 

Werfen wir nun einen Blick in diese teils sehr vergilbten Blätter: Worin bestanden größten-teils die Einnahmen der "Schießstatt" ?

Oft sind es Zinsen von hergeliehenem Geld aus der Schützenlade, immer sind es Erträge von "Freibyxen" und "Schlekher" und Einnahmen beim "Vortlschießen", sehr oft heißt es "Stra-fen von Schitzen, die ihre 3 Vortlschießen nicht verricht haben", Einnahmen beim gewöhnli-chen "Auslösch Schießen" und Erträge aus den "Standgebühren".

 

Und bei den Auslagen heißt es meistens :

"für ein gewöhnliches Ambt (Messe) am St. Sebastianstag" - "dem Fahnltrager" -"dem Schitzenschreiber für das Schreiben der Schitzenrechnung und das Vortlsschießen-Register"-"für den Ziller ein neues Kragl und ein neues Zillerhüetl" - "für Krämereiwaren" - "dem Gerichtsdiener für das Verrueffen (Verlautbaren) des Vortlsschießen und dem Bothen für das Verrueffen in beeden Orten" - "Verzöhr bei Rechnungslegung" – "für das Tachdecken" - "die Harr (Verpflichtung für das neue Jahr) für den Ziller" - "dem Ziller für die Säuberung der

Schießstatt und für das Dachdecken beim Schißhüttl und Zillerhüttl " - "für ein Windfahnl" -

"heilige Messen für verstorbene Mitglieder" - " Schitzentrunk am Fronleichnamstag" -

"10 Zimmermanns-Schichten" - "3 Tagschichten für das Führen von Kalch und Stämm" -

dem Maurer für das Aufrichten der Mauern" - "10 Maurergsöllen-Schichten" - "dem Schlosser für geleistete Arbeit" - "für Gewehr Hin- und Herführen und tragen" - "ein Puech Papier und glochte Nägl" - "für Cränze und Bänder".

 

Sehr oft heißt es: ".......den Pfeiffern, Schweglern und Tampurn an Trinkgeld, Deputation und Speis und Trank" u. a. bei "Anwesenheit Seiner Hochfürstlichen Gnaden den Bischof von Chiemsee"

Interessant sind folgende Ausgaben " .....den 13. April 1760 zur Übertragung des Hochwürdigen Gueths (des Allerheiligsten ) von der alt abgebrochenen Kirchen in die neu erbaute bei der abgehaltenen Prozession vor (für) 2 Tamperer und 4 Schwegler , am hl. Fron-leichnamstag auch vor Schwegler und Tämpor , desgleichen am Maria Geburths Tag ....."

Es gab also damals schon Musikanten in den Reihen der Schützen.

 

Geschichte der Schützengilde Hopfgarten

 

Das Jahr 1650 gilt als Gründungsjahr des Hopfgartner Schützenwesens.

Im Laufe der Jahrhunderte ging durch oftmaligen Führungswechsel, durch Auflösung des Vereines nach den beiden Weltkriegen, durch Überschwemmungskatastrophen etc. wertvolles Archivmaterial verloren.

Genau und sorgfältig geführte Protokolle gibt es erst seit 1925.

 

1925

Am 7. März 1925 erfolgte die Gründungsversammlung der "Schützengilde Hopfgarten", bei welcher der Sägemeister Johann Maier als Oberschützenmeister gewählt wurde.

 

1926

Die erste Generalversammlung fand am 22. Mai 1926 statt. Folgende Vorstehungsmitglieder wurden gewählt:

Johann MAIER, Sägemeister

Gottlieb RITTER VON ZÖTL, Oberforstrat

Franz FRENNER, Gemeindesekretär

Josef ZASS, Hausbesitzer

Konrad STEINER, Tischlermeister

Alois GUNDOLF, Gendarmerie-Rayonsinspektor

Am 26. Mai 1926 wählten die Vorstehungsmitglieder aus ihrer Mitte:

Johann MAIER zum Oberschützenmeister

Konrad STEINER zum 1. Unterschützenmeister

Franz FRENNER zum 2. Unterschützenmeister

Gottlieb RITTER VON ZÖTL, Alois GUNDOLF und Josef ZASS zu Schützenräten

Oskar BURTSCHER und Jakob FARBMACHER zu Beiräten

1927

Erstes Jungschützenschießen mit kostenloser Munitionsabgabe. Über die kostbare Schützenfahne aus dem Jahre 1710 bestanden immer wieder Meinungsverschiedenheiten über die Besitzverhältnisse zwischen der Schützengilde und dem Schützenverein (heute Schützenkompanie). Dazu stellt die Schützengilde fest: Die historische Fahne wurde 1848 vom Glasfabrikanten Friedrich den Standschützen gewidmet. Infolge Auflösung der Standschützenformationen nach dem 1. Weltkrieg wurde die Fahne auf Grund der Verordnung der Tiroler Landesregierung vom 10. Juni 1921-L.G.Bl.Nr. 85/1921 der Schützengilde in das Eigentum übergeben.

 

1928

Installation eines Telefons zwischen dem Schießstand und dem Zielerstand.

 

1929

Mit dem Jungschützen Anton Thaler jun. wird zum ersten Mal ein Jungschütze in die Vorstehung der Gilde gewählt.

 

1932

Im Winter finden alle 14 Tage beim Michlwirt Kapselschießen statt. Da die Gilde wegen der bestehenden Schulden - Schießstandrenovierung wegen Überschwemmung im Jahre 1920 - immer in finanziellen Schwierigkeiten war, beschloss man, dass alle Altschützen für jeden Nichtbesuch des Schießens einen Spesenbeitrag von 50 Groschen in die Gildenkasse zu bezahlen haben.

 

1935

Die Jahreshauptversammlung durfte wegen politischer Unruhen nicht abgehalten werden.

 

1939

Nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland wurde die Führung der Schützengilde ausgetauscht. aber nicht durch freie Wahlen, sondern sie wurde durch die NSDAP bestellt. Verdienstvolle Funktionäre genossen nicht mehr das Vertrauen der Partei.

 

 

 

Am 24. September 1939 fand ein Pflichtschießen der Schützenmitglieder statt. An diesem mussten sich auch die Jahrgänge 1900 bis 1912 der NS-Formationen beteiligen. Beim gemeinsamen Abmarsch zum Schießstand wurden die Schützen von den politischen Leitern, sowie der SA, NSKK, HJ, NSKOV, NSRB, DAF begleitet.

 

1945

Beide Schießstände, der Weit- und der KK-Stand, wurden von Bombenflüchtlingen bewohnt. Der Krieg war zu Ende und sämtliche Waffen des Vereins, sowie alle privaten Scheibenstutzen und KK-Gewehre mussten an die amerikanische Besatzungsmacht abgeliefert werden.

 

1946

 

Dies ist das schlimmste Vereinsjahr in der Geschichte des Hopfgartner Schützenwesens. Am 20. Juli 1946 ging über dem Salvenberg ein schwerer Wolkenbruch nieder. Hageln in der Größe von Hühnereiern und im Gewicht bis zu 37 dkg schlugen schwere Wunden. Alle vom Salvenberg herunterführenden Bäche glichen reißenden Strömen. In einigen Sekunden wurde der Weitschießstand von den Wassermassen mitgerissen. Künstlerisch wertvolle Bildscheiben, Archivmaterial und das gesamte Inventar gingen verloren.

 

1947

Am 3. Jänner 1947 verstarb der langjährige Oberschützenmeister Johann Maier. Er war wohl der für die damalige Zeit verdienstvollste Hopfgartner Schütze, gehörte viele Jahre dem Ausschuss des Unterinntaler Schützenverbandes an und ist im In- und Ausland als erfolgreicher Schütze aufgetreten. Im Ersten Weltkrieg hat er als Tiroler Standschütze an der Südtiroler Front mehrere Auszeichnungen erworben.

Im gleichen Jahr verstarb ein langjähriges Ausschuss- und Gründungsmitglied, der 1. Schützenrat - Oberforstrat Gottlieb Ritter von Zötl. 50 Jahre war er aktives Mitglied, stand dem Verein mit Rat und Tat zur Seite und galt durch viele Geldspenden als eifrigster Förderer der Jungschützen.

 

1948

Am 17. Jänner 1948 fand in Innsbruck die Gründungsversammlung des Tiroler Schützenverbandes statt. In Zukunft wird nur mehr mit Kleinkalibergewehren geschossen.

 

1949

 

Erste Generalversammlung nach dem 2. Weltkrieg. Durch großes Verständnis des Oberbefehlshabers der französischen Besatzungsmacht, General Bethouard, durfte in Tirol der Schießsport wieder aufgenommen werden.

 

1952

Man trifft Vorbereitungen zum Bau eines neuen Weitschießstandes. Oberschützenmeister Konrad Steiner legt aus gesundheitlichen Gründen die Obmannstelle zurück und neuer Oberschützenmeister wird der Gerichtsbeamte Hans Mayr, welcher auch noch die Funktion eines Schriftführers und des Kassiers ausübte. Bei der am 20. April 1952 stattgefundenen Jahreshauptversammlung machte der Unterschützenmeister des damaligen Unterinntaler Schützenbundes, Viktor Höck, den Vorschlag, die Schützenkompanie und die Schützengilde zusammenzuschließen, damit die Schützenkompanien auch aktive Schützen würden. Dieser Vorschlag wird vom Obmann der Schützenkompanie, Jakob Fuchs, mit Wohlwollen aufgenommen. Da aber keiner der beiden Vereine sich dem anderen unterordnen wollte, blieb der Wunsch der Vater des Gedankens. In einigen Tiroler Orten hat diese Vereinigung aber stattgefunden.

1953

 

Zum ersten Mal ermittelt die Schützengilde einen Schützenkönig, und zwar war es der Schustermeister Basilius Salcher.

Im gleichen Jahr erfolgt die Einweihung des neu errichteten Schießstandes, welcher im Jahre 1946 durch Hochwasser fast völlig zerstört wurde.

Neuerliche Besprechungen über die Zusammenlegung von Schützengilde und Schützenkompanie. Beide Ausschüsse äußern sich positiv, doch manche Fragen wären noch zu klären.

 

1954

Die Meinungsverschiedenheiten über die Zusammenlegung von Schützengilde und Schützenkompanie gehen nach längeren Beratungen so weit auseinander, dass dieses Vorhaben als gescheitert betrachtet wurde.

 

1956

Zum ersten Mal wird ein Vereinsschießen durchgeführt, das der Schiklub Hopfgarten mit den Schützen Hubert Bichler, Fritz Reiter und Vinzenz Dablander gewinnt. Die Bildscheibe gewann ebenfalls ein Mitglied des Schiklubs, nämlich Jakob Höck jun.

 

 

Zwei Pioniere der Schützengilde Hopfgarten wurden zu Grabe getragen. Der Ehrenoberschützenmeister Konrad Steiner und der 1. Unterschützenmeister Josef Zass.

 

1960

 

Bundesoberschützenmeister, Landesamtsdirektor i. R. Dr. Josef Schumacher, wird zum Dank für seine Bemühungen um den Wiederaufbau des Schießstandes zum Ehrenmitglied der Schützengilde ernannt.

 

1962

Anlässlich der 600-Jahr Feier der Marktgemeinde Hopfgarten wird ein Freischießen mit sechs Schießtagen abgehalten.

 

1966

 

Umbau des Schießstandes mit Einbau einer automatischen Scheibenzuganlage auf 100 m. Es war dies die erste Zuganlage im Bezirk Kitzbühel. Die Einweihung am 2. Juli 1966 war mit einem großen Eröffnungsschießen verbunden, wobei zahlreich die Schützen aus Nah und Fern daran teilnahmen.

 

1970

 

Errichtung eines Zimmergewehrschießstandes im Keller des Gasthof Silberberger in der Bahnhofstraße.

 

Der langjährige und äußerst verdiente Oberschützenmeister, Schriftführer und Kassier Hans Mayr, welcher 1966 zum Ehrenoberschützenmeister ernannt wurde, wird 1970 zu Grabe getragen.

 

1980

Infolge der notwendigen Erweiterung des Schwimmbades, sowie der Anlegung eines Fittness-Parcours in unmittelbarer Nähe der Schießanlage, wurde der Schießbetrieb immer mehr zu einer echten, nicht mehr verantwortbaren Gefahrenquelle. Auf Grund dieser Tatsachen hatte die Gilde keine andere Wahl, als sich um einen neuen Standort umzusehen.

 

Nach längerer Suche wurde man im ehemaligen Mamooser-Steinbruch fündig. Da dieser seit Jahren stillgelegt war und im Besitz des Landes Tirol war, nahm die Vorstehung der Schützengilde unter dem damaligen Oberschützenmeister Georg Hollaus mit dem Land Tirol Verhandlungen auf. Die Marktgemeinde Hopfgarten bekam den Zuschlag für das ca. 1 Hektar große Grundstück. Jedoch mit der Auflage, dass das Grundstück nur für die Errichtung einer Schießsportanlage genützt werden darf. Der Kaufpreis des Areals betrug ca. S 172.000,--.

Die Marktgemeinde Hopfgarten räumte nun der Schützengilde ein Baurecht auf einer Fläche von 3.777 m² bis zum Jahre 2037 ein. Mit der Zusage: Wenn der Verein auch weiterhin besteht, so wird auch danach das Baurecht bzw. die Nutzung als Schießsportanlage weiterhin bestehen bleiben.

 

1981

Im Frühjahr begann man mit dem Bau des neuen Schießsportzentrums. Alle möglichen Handarbeiten wurden von den Mitgliedern verrichtet. Die Gemeinde bewilligte auf drei Jahre eine jährlich Subvention von S 200.000,-- (Dies wurde ausverhandelt für die Schließung des alten Schießstandes im Högergraben). Die Hopfgartner Geschäftswelt zeigte sich auch überaus spendabel. Stellvertretend seien nur drei Betriebe erwähnt:

Tischlermeister Josef Loinger stellte alle Fenster und Türen gratis.

Das Ziegelwerk Hopfgarten – Besitzer Josef Wegscheider – schenkte alle Artikel (hauptsächlich Ziegel), welche im Werk erzeugt wurden.

Zimmermeister Josef Mairhofer verrichtete alle Zimmermanns-, sowie auch die Vertäfelungsarbeiten gratis.

 

 

Der größte Dank aber gebührt sicher dem damaligen Oberschützenmeister Georg Hollaus, denn auf seine Initiative kam es zum Neubau der Schießsportanlage in der Kelchsauer Straße. Weit über tausend Arbeitsstunden hat er unentgeltlich geleistet. Er wird sicher als großer Pionier in die Geschichte der Schützengilde Hopfgarten eingehen.

 

1983

 

Einweihungsfeier der neuen Schießsportanlage. Sie bestand aus dem Hauptgebäude mit Stüberl, Küche, den Sanitäranlagen und einem Kassa- und Auswertungsraum.

Für die sportliche Betätigung standen damals 10 Luftdruckstände auf 10 m, eine 50 m Anlage mit ebenfalls 10 Ständen sowie ein Pistolenstand mit 5 Ständen auf 25 m im Freien zur Verfügung.

 

1985

 

Fahnenweihe der neuen Schützenfahne am 2. Juni 1985. Das neue Wahrzeichen der Schützengilde wurde in der Pfarrkirche Hopfgarten geweiht. Fahnenpatin war Marlene Schmalzried, Fahnenmutter Anna Loinger. Die alte Schützenfahne stammt wie bereits erwähnt aus dem Jahre 1710 und war für Ausrückungen zu kostbar. Denn mit ihr zogen die Hopfgartner Schützen, obwohl das Brixental noch nicht tirolisch war, bereits in die Tiroler Freiheitskämpfe. Nach Renovierung durch das Tiroler Landesdenkmalamt ist die Fahne das wertvollste Relikt aus der Vergangenheit der Hopfgartner Schützen.

 

1991

Mit der bisher erstellten Anlage gaben sich die Schützen jedoch noch nicht zufrieden. Genau 10 Jahre nach Baubeginn wurde auf Initiative von Pepi Laiminger jun. ein Erweiterungsbau für die Großkaliberschützen im Ausmaß von 30m mal 11m begonnen und auch noch im Jahre 1991 fast fertiggestellt. Auch hier wurde durch die Marktgemeinde Hopfgarten und die Hopfgartner Geschäftswelt wiederum, wie schon so oft, ansehnliche Hilfe geleistet. Durch die überaus starke Beteiligung von den Mitgliedern beim Bau bewerkstelligte die schnelle Bauzeit von nur einigen Monaten. Stellvertretend seien hier zwei Mitglieder erwähnt: Elmar Hüffer, mit einer großzügigen Geldspende und Walter Schroll, mit unzähligen freiwillig geleisteten Arbeitsstunden.

In diesem Jahr konnte auch der für die Schützengilde Hopfgarten schießende Wörgler Hubert Aufschnaiter mit der Sportpistole bei der Europameisterschaft für behinderte Sportschützen in Brügge/Belgien den 3. Rang erreichen. Man sieht, dass sich auch mit den vorhandenen Sportstätten die Erfolge auf nationaler und internationaler Ebene einstellen.

 

1992

Die Einweihung der neuen Schießsporthalle, welche hauptsächlich wegen der Lärmbelastung von Anrainern erstellt wurde, fand am 17. Juni 1992 durch Hochwürden Pfarrer Mag. Klaus Erber statt.

Im gleichen Jahr wurden wegen des enormen Zustromes von Großkaliberschützen und auch wegen der Möglichkeit zum Bogenschießen (der Grundnachbar Josef Treichl, Mamoosen, stellt der Gilde in dankenswerter Weise bis auf Widerruf für das Bogenschießen einen angrenzenden Grund unentgeltlich zur Verfügung) neue Sektionen innerhalb der Schützengilde gegründet, bzw. eine Aufgliederung in drei Sektionen vorgenommen. Die Sektionen hießen nun a) Gewehr, b) Pistole und c) Bogen.

Einen großen Erfolg, über den sich auch unser Verein freuen kann, erreichte Hubert Aufschnaiter bei den Paralympics 1992 in Barcelona, Spanien. Er holte mit der Sportpistole die Bronzemedaille.

 

1993

Wiederum Erfolge unserer Behindertensportler. Hubert Aufschnaiter holt bei der Weltmeisterschaft in Puerto Rico 2 erste Plätze im österreichischen Team mit der Sport- und mit der Standardpistole. Auch Hans Peter Dibona setzt sich erstmals auf nationaler Ebene in Szene. Er wird mit dem Luftgewehr erstmals österreichischer Meister. Es folgen in den kommenden Jahren unzählige Erfolge von unseren beiden Ausnahmeschützen bei österreichischen Meisterschaften für Behindertensportler. Die Aufzählung würde hier den Rahmen sprengen.

 

 

1994

Bei der Weltmeisterschaft in Linz wird Hubert Aufschnaiter in der Einzelwertung mit der Sportpistole 2., im österreichischen Team mit der Standard- und Freien Pistole jeweils 3. Hans Peter Dibona erreicht mit dem Luftgewehr den 3. Rang im Einzelbewerb und den 2. Rang mit der österreichischen Mannschaft.

 

 

1995

In diesem Jahr wird das Wirtschaftsjahr der Schützengilde erstmals auf Jänner bis Dezember abgeändert und beschlossen, die Jahreshauptversammlung nicht wie bisher im April, sondern am Anfang des Folgejahres durchzuführen. Hubert Aufschnaiter kann 1995 bei der Europameisterschaft in Finnland den 3. Rang mit der Sportpistole holen.

1996

Erstmals starten zwei Gildenmitglieder bei den Paralympics (Olympiade für behinderte Sportler) in Atlanta (USA). Bester Platz für Hans Peter Dibona sind zwei 7. Ränge mit dem Luftgewehr und dem KK-Gewehr-Dreistellungswettbewerb. Hubert Aufschnaiter holt Silber in der Disziplin Luftpistole, welche er jedoch für die Schützengilde Wörgl schießt.

 

1997

Wiederum Erfolge bei der Europameisterschaft in Paris/Frankreich für Aufschnaiter und Dibona. Aufschnaiter holt mit der Sportpistole den 2. Rang im Einzel und im Teambewerb. Ebenso noch im Team den 3. Rang. Hans Peter Dibona wird Europameister mit dem KK-Gewehr liegend und mit dem österreichischen Team. Und er kann auch noch zwei 2. Plätze mit dem Luftgewehr erzielen.

Ein Erweiterungsbau bei der Holzhütte löst die Probleme bei der Lagerung von sperrigen Gütern der Großkaliberschützen und die Unterbringung des Zeltes.

Die Sektion Bogen wird im Jahre 1997 aufgelöst, weil die Bogenschützen nur einen kleinen Anteil in der Gilde darstellen, und Bogenschützen auch nicht im Tiroler Landesschützenbund verankert bzw. vertreten sind. Daher wird von den Bogenschützen beschlossen, dass sie dem Tiroler bzw. österreichischen Bogensportverband beitreten.

 

1998

Bei der Indoor-Weltmeisterschaft im Bereich der PPC-1500 können sich erstmals auch zwei Großkaliberschützen unserer Gilde in Szene setzen. Franz Leitner wird mit dem Service Revolver Weltmeister in seiner Klasse.

Im Hauptwettkampf - Mannschaftsbewerb – Expertklasse holt er zusammen mit Pepi Laiminger die Silbermedaille nach Hopfgarten.

 

Natürlich punkten auch wieder unser Behindertensportler. Hubert Aufschnaiter wird bei der Weltmeisterschaft in Santander/Spanien Dritter mit der Sportpistole. Hans Peter Dibona erreicht einen 5. Platz mit dem KK-Gewehr liegend.

 

1999

Bei der Jahreshauptversammlung im Jänner wird die Sektion Pistole wegen dem enormen Zustrom von Großkaliberschützen nochmals unterteilt. Und zwar in die Untergruppen von

UIT/ISSF - Sportleiter Heinz Stecher

IPSC/Großkaliber - Sportleiter Elmar Hüffer

PPC –1500/BIANCHICUP - Sportleiter Josef Laiminger

Gewehrsportleiter ist bereits seit Jahren Bernhard Larch mit seinem unermüdlichen Helfer Hans Egger. Bis 1999 hat die gesamte "Kurzwaffen-Sektion" Josef Laiminger geführt.

 

Dass der Schießsport den Mitgliedern der Schützengilde Hopfgarten besonders am Herzen liegt, zeigten schon die bisher bekannten Aktivitäten. Am 1. Mai 1999 wurde ein weiterer Meilenstein in der Hopfgartner Schützengeschichte geschrieben. Es wurde nämlich ein neuer, österreichweit tätiger Schießsportverband von einigen Mitgliedern der Schützengilde Hopfgarten gegründet. Der neue Sportverband nennt sich

 

 

"VSGÖ - Verband für sportliches Großkaliberschießen Österreich".

 

Die Gründungsproponenten sind Mag. Ing. Anton Grones, Elmar Hüffer und Pepi Laiminger jun. Als Präsident wird bei der Gründungsversammlung Pepi Laiminger gewählt. Der neue Verband hat sich zum Ziel gesetzt, das Großkalibersportschießen, und hier besonders die PPC-1500 und den Bianchicup in Österreich zu fördern.

 

2000

Im Jubiläumsjahr 350 Jahre Schützengilde Hopfgarten finden im Februar wiederum Neuwahlen statt, wobei in den nächsten drei Jahren folgender neuer Vorstand und Ausschuss die Schützengilde Hopfgarten führen wird:

 

Hauptausschuss:

Oberschützenmeister: Achrainer Fritz

1. Schützenmeister: Mayer Josef

2. Schützenmeister: Larch Bernhard

Schriftführer: Larch Josef

Kassier: Pirchmoser Elli

Sektionsleiter Luftgewehr: Waler Peter jun.

Sektionsleiter KK-Gewehr: Egger Hans

Sektionsleiter UIT-Kurzwaffen: Stecher Heinz

Sektionsleiter IPSC – GK: Hüffer Elmar

Sektionsleiter PPC-1500/Bianchi: Laiminger Josef

 

 

Erweiterter Ausschuss:

Gebäude- und Gerätewart: Achrainer Anton/Egger Hans

Schriftführerstellverteter: Achrainer Helga

Kassierstellvertreter: Achrainer Helga

Veranstaltungskoordination: Achrainer Helga - Rogl Simon

Fähnrich: Gastl Michael

Fähnrichstellvertreter: Egger Hans

Ehrenmitglied: Hollaus Georg

Ehrenmitglied: Klingenschmid Franz

Ehrenmitglied: Loinger Josef

Koordinator zur Schützenkompanie: Laiminger Christian

Schützenrat: Rogl Simon

Schützenrat: Schroll Walter

 

 

GESCHICHTE der SCHÜTZENKETTEN

Die Schützengilde Hopfgarten besitzt zwei sehr schöne und wertvolle Schützenketten, welche alljährlich beim Auslöschschießen neu vergeben werden. Bei der Anschaffung der Schützenkette im Jahre 1952 haben sich durch Spenden von silbernen Talern und Plaketten nachfolgend angeführte Personen verdient gemacht:

 

Ing. Leopold Figl – Österreichischer Bundeskanzler Ferdinand Graf – Staatssekretär

Alois Graus – Landeshauptmann von Tirol Marktgemeinde Hopfgarten

Karl Müller – Bürgermeister von Hopfgarten Stadtgemeinde Kitzbühel

Karl Ritsch – Kommerzialrat

 

 

Im Jahre 1971 stiftete unser Mitglied Josef Bischofer aus Wörgl eine Jungschützenkette um welche mit besonderem Einsatz jedes Jahr von unseren Jungschützen gerungen wird.

 

EHRENTAFEL der JUNGSCHÜTZENKÖNIGE

 

1971

Bischofer Josef jun.

1972

Oberhauser Andreas

1974

Larch Bernhard

1975

Neuschmid Christine

1976

Larch Günther

1977

Larch Günther

1978

Hollaus Astrid

1979

Klingenschmied Andreas

1980

Hollaus Astrid

1982

Fuchs Bernd

1983

Embacher Martin jun.

1984

Embacher Martin jun.

1985

1986

Achrainer Wolfgang

 

1987

Erharter Manfred

1988

Erharter Manfred

1989

Waler Peter jun.

1990

Hausberger Rupert

1991

Achrainer Gerhard

1992

Mayer Bernhard

1993

Stecher Anita

1994

Landsmann Marco

1995

Mayer Carina

1996

Stecher Anita

1997

Stecher Anita

1998

Treichl Klaus

1999

Laiminger Hannes

 

 

 

 


        
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