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Drachenbaendiger on tour
Drachengedichte

Drachenfreunde
Ob im Frühling, Sommer, Herbst und Winter:
Wenn die Winde günstig weh'n,
kann man immer hübsche Drachen
hoch am Himmel fliegen seh'n.
Dann vor allen Dingen, wenn dahinter
nette Drachenfreunde steh'n.
Sieglinde Pohl
Wenn bunte Drachen steigen
Im Herbst, wenn bunte Drachen steigen,
aus Kinderhänden, groß und klein,
und lustig tanzen ihren Reigen,
möcht ich an ihrer Stelle sein.
Ich würde hoch hinauf schnell fliegen,
winkend dann herunterseh’n
auf Blätter die sich leise wiegen
und mit dem Wind spazieren geh’n.
Die ziehenden Vögel hört’ ich singen,
aus nächster Nähe, um mich her,
die munter sich in Lüften schwingen
auf ihrer Reise hin zum Meer.
Ich könnt’ die Vielfalt herbstlich’ Farben
betrachten aus des Himmels Fern’
und über Stoppelfeld und Garben
stehen wie ein heller Stern.
Läg mir die ganze Welt zu Füßen,
wie gold’nem Sommersonnenstrahl,
würd ich mit weißen Wolken grüßen
Wald und Wiesen, Berg und Tal.
Wenn auch, nach einer kurzen Reise,
die Kinderhand mich zu sich zieht,
erzähl ich ihr, auf meine Weise, vom Freiheitstraum, der stumm entflieht
Anette Esposito
DRACHEN
Die Drachen steigen wieder Und schwanken mit den Schwänzen Und brummen stumme Lieder Zu ihren Geistertänzen.
Von wo der knallende Wind herweht? Von Bauerngärten schwer! Jeder Garten prallfäustig voll Blumen steht, Die Felder sind lustig leer.
Der hohe Himmel ist ausgeräumt, Wasserblau, ohne Regenunmut. Eine einzige weiße Wolke schäumt, Goldhufig, wie ein Roß gebäumt, Glanzstrudlig durch die Luftflut.
Georg Britting
Himmel und Erde
Der Drachen sah die Sonn' aufgeh'n
und freute sich am Himmel.
Mit Windeskraft er spielte schön
weit über viele Felder.
Daneben sah er Kühe steh'n
und viele grüne Wälder.
Weit in fremde Lande hin
konnte er schon fliegen.
Dann, der große Regen kam
der ihn wollte kriegen.
Der Wind trieb fort ihn von der Stell',
schnell auf die Erde nieder.
Nun liegt er da der Fluggesell'
die Erde hat ihn wieder.
Sieglinde Pohl
Drachenlied
Fliege, fliege, kleiner Drache Steig mit Eifer in die Lüfte Schwing dich, kleine blaue Sache Über unsre Häusergrüfte!
Wenn wir an der Schnur dich halten Wirst du in den Lüften bleiben Knecht der sieben Windsgewalten zwingst du sie, dich hochzutreiben.
Wir selbst liegen dir zu Füßen! Fliege, fliege, kleiner Ahne Unsrer großen Aeroplane Blick dich um, sie zu begrüßen!
Bertolt Brecht
Der Drachen
Kräftig zieht er sich nach oben,
wo die starken Winde toben.
Dort spielt er mit recht viel Wind
und erfreut so manches Kind.
Leine halten, manchmal schwer,
weil in der Luft, er zieht schon sehr.
Mit dem Schwänzchen von links nach rechts,
grad’ als ob er winken möcht.’
Lacht vom Himmel wie die Sonne,
dies zu sehn ist eine Wonne.
Drachenflieger groß und klein,
können fröhlich, draußen sein
Sieglinde Pohl
Der Herbst
Viele Drachen stehen in dem Winde, Tanzend in der weiten Lüfte Reich. Kinder stehn im Feld in dünnen Kleidern, Sommersprossig und mit Stirnen bleich.
In dem Meer der goldnen Stoppeln segeln Kleine Schiffe, weiß und leicht erbaut; Und in Träumen seiner leichten Weite Sinkt der Himmel wolkenüberblaut.
Weit gerückt in unbewegter Ruhe Steht der Wald wie eine rote Stadt. Und des Herbstes goldne Flaggen hängen Von den höchsten Türmen schwer und matt.
Georg Heym
Drachenbild
Kraftvoll hebt er sich vom Boden, nutzt die Lüfte und steigt erhaben in das helle Blau, das er mit seinen frohen Tönen, dem Rot, dem Grün, dem Gelb, gleich wie ein Regenbogen zu einem bunten Farbenmeer vollendet.
Der lange Schweif weht bald links, bald rechts und zieht mit sich den Hauch der Unvergesslichkeit. Anmutig trotzt er allem und gleitet doch so zart, gar wie ein Künstler.
Jeden Moment kann er zu Boden stürzen.
Autor unbekannt
Die Urheberrechte der jeweiligen Gedichte und Bilder liegen bei den Autoren!!!

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