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Danzig sieht während der allgemeinen Reisezeit vor dem Hohen Tor oft Gäste aus Polen, die von ihren Führern auf drei dort angebrachte große steinerne Wappen hingewiesen werden. Man zeigt sie ihnen als das Danziger Wappen, den
west-preußischen und den polnischen Adler. Dieser polnische Adler und dazu die Krone im Danziger Schilde seien der Beweis dafür, daß die Republik Danzig (1454-1793) schon immer polnisch gewesen sei. Vielleicht wird gleich nach ihnen eine Gruppe Exil-Danziger auf dieselben Zierate aufmerksam gemacht, nur etwas genauer. Dabei stellt sich dann heraus, daß das Wappentier zur Linken wohl einem polnischen Adler ähnelt, jedoch einen Brustschild trägt, der das Ganze als Familienwappen des damals (1588) regierenden Königs ausweist. Die Krone im Danziger Wappen aber ist von derjenigen des Adlers ganz abweichend gestaltet: sie ist keine königliche, sondern eine schlichte Blätterkrone. Wie kann es hier oder anderswo in der Stadt zu solchen Verwechslungen kommen? Welches waren denn in Wahrheit die Beziehungen Danzigs zu ihrem polnischen Nachbarstaat?
Der Deutsche Ritterorden, Danzigs damaliger Landesherr, war nach der verlorenen Schlacht bei Tannenberg 1410 bestrebt, seine Kräfte straffer zusammenzufassen. Das konnte nicht ohne Beschränkung der Rechte seiner westpreußischen Städte geschehen. So kam es, zumal der Orden auch noch Handelskonkurrent der Städte war, zu Zwistigkeiten mit ihnen, die so weit gingen, daß Städte, Landadel, Bischöfe und Äbte den "Preußischen Bund" schlossen. Er wurde nicht nur zum Schutz gegen die Bedrückungen des Ordens, sondern auch zur Abwehr etwaiger Angriffe von außen her gegründet. In diesem Bunde machte Danzig 1454, den Abfall vom Ritterorden und die Annahme der Schutzherrschaft des polnischen Königs erst mit, nachdem der König als diplomatischer Schutzherr der Republik Danzig, dieser die volle Souveränität zugesichert hatte.
Diese reine Personalunion mit der polnischen Krone wurde zwar 1466 in dem Thorner Frieden feierlich bestätigt, aber 1569 durch den polnischen Reichstag zu Lublin, trotz des Protestes der Betroffenen, kurzerhand in eine Realunion umgewandelt, d.h. in eine tatsächliche Einverleibung in den polnischen Staat. Danzig allein gelang es davon verschont zu bleiben und verdankte diesen Umstand, sowohl ihrer weisen und vorausschauenden Vertragspolitik, als auch ihrer aktiven und sehr erfolgreichen Teilnahme an der Seite Polens, im Krieg gegen den Deutschen Ritterstaat. Sie ist in der Tat niemals ein Teil des polnischen Staates geworden. Danzig ließ sich vielmehr von vornherein ihre volle politische Selbständigkeit bestätigen und garantieren. Bis die Republik Danzig 1793 von Preußen durch einen totalen Wirtschaftsboykott zu Lande und auf See in die Knie gezwungen wurde, bewahrte sie sich ihre Eigenstaatlichkeit unter der "Schutzherrschaft" des jeweiligen Polenkönigs.
Damit hatte sie das Recht völlig freier Außenpolitik und eigener diplomatischer Vertretungen. Sie besaß eigenes Militär, eigene Kriegsschiffe und sehr starke Befestigungen. Innenpolitisch verblieb ihr eigene Verwaltung, Gerichtsbarkeit, Münzhoheit und freie Verfügung über Hafen und Zölle. Nur eine Sonderabgabe, das "Pfahlgeld", für die Hafeninstandhaltung, teilte sie mit der Krone, denn Geld brauchten die Könige immer. Dem Polenkönig stand nur ein dreitägiger Gastaufenthalt mit Gefolge zu, aber ohne Militär. Die mehrfach nachgesuchte Residenz in Danzig wurde ihm nie zugestanden. Dazu kam aber noch eine sehr wichtige Bestimmung: Nach dem Tode des regierenden Königs konnte sein Nachfolger erst dann wieder die Schutzherrschaft übernehmen, wenn er Selbständigkeit und alle Vorrechte Danzigs feierlich beschworen hatte. So leuchtet es ein, daß Danzig aus ihrem wahren Verhältnis zu ihren Nachbarn nie einen Hehl zu machen brauchte, denn sie war ja dem damaligen Europa bekannt.
Erst spätere Jahrhunderte haben die Dinge irrtümlich oder absichtlich entstellt, so auch bei der Krone im Wappen.- Woher stammt sie? Der umsichtige, aber auch stolze Danziger Rat hat sich 1457 schon von seinem ersten Schutzherrn einige Ehrenrechte verleihen lassen. Das erste dieser Privilegien bestand in der Vollmacht, alle Urkunden mit rotem
Wachs zu siegeln. War schon der Gebrauch von grünem und gelbem Wachs damals eine Auszeichnung, so stand rot nur Kaisern und Königen zu und konnte nur von ihnen ehrenhalber verliehen werden. Ferner erhielten die Bürgermeister
von Danzig das Vorrecht, "zu zierlicher Würdigkeit" an ihrer Amtskleidung Gold zu tragen. Schließlich wurde dem Danziger Wappen, das bisher nur zwei übereinanderstehende weiße Kreuze auf rotem Grund gezeigt hatte, "eine
goldene Krone im Oberteil des Schildes" zugestanden. Wie das im Mittelalter öfter der Fall war, sind diese Ehrungen von Danzig selbst erbeten und auch wohl die Verleihungsurkunde von ihr entworfen worden. Sie ist nämlich in deutscher Sprache abgefaßt, während sich die polnischen Könige Danzig gegenüber meist der lateinischen Sprache bedienten, niemals der polnischen. Und ausdrücklich ist ja von "einer" Krone die Rede, nicht von der königlichen Krone. Jene ist eine Blätterkrone. Der König hatte nämlich schon damals alle Veranlassung, sich mit der reichen Stadtrepublik recht gut zu stellen, denn von ihr hing zum größten Teil die Fortsetzung des Kampfes gegen den Ritterorden ab. In späteren Jahrhunderten gab Danzig der Krone immer wieder Anleihen, ja im Reichtum lag vielleicht letzten Endes die einzige Möglichkeit, sich die einmal errungene Freiheit auf die Dauer zu erhalten. Als Danzigs
Selbständigkeit 1577 von König Stephan Bathory angetastet wurde, kam es zum Kriege und zur Belagerung Danzigs und der Festung Weichselmünde, aber die mächtige Republik Danzig blieb Sieger.
Die Bedeutung Danzigs in militärischer Hinsicht war so groß, daß General Graf Pappenheim 1628 der Stadt seine persönliche Mitwirkung beim Ausbau ihrer Befestigungen anbot, während Wallenstein 1630 sich einen als besonders
hervorragend bekannten Danziger Oberst ausbat. Gerade die schweren, fast zwei Jahrhunderte ohne größere
Unterbrechung geführten Kriege zwischen Polen und Schweden, Rußland und Preußen um die Herrschaft an der Ostsee und die Vormundschaft im Weichselland stellten Danzigs europäische Bedeutung heraus. Es erwies sich dabei, daß Danzig einerseits zu schwach war, um sich allen Anforderungen einfach entziehen zu können, daß es aber auf der anderen Seite zu stark war, um etwa von den größeren Mächten unberücksichtigt gelassen zu werden. So bedurfte es des ganzen diplomatischen Geschicks der Danziger Ratsherren, um möglichst wenig in die Auseinandersetzungen
hineingezogen zu werden und sich dabei aber doch die alte Handelsvormachtstellung zu erhalten. Seit 1627 verlangte beispielsweise Gustav Adolf von Schweden von Danzig eine offene Neutralitätserklärung. Sigismund von Polen aber forderte, Danzig solle, vor allem zur See, gegen Schweden vorgehen. Da Polen allmählich Danzig immer stärker zum
Kriege drängte, Schwedens zögernde Haltung aber Danzigs Handel lähmte, war das Lavieren außerordentlich schwer.
Schließlich gelang der Abschluß des Vertrages von Tiegenhof im Jahre 1630: Danzig erklärte ohne Rücksicht auf Polen volle Neutralität, und Schweden versprach, keine feindliche Haltung gegenüber Danzig einzunehmen. Ein ähnliches diplomatisches Meisterstück Danzigs stellte der im Jahre 1704 mit Preußen geschlossene Schutzvertrag dar: Danzig verpflichtete sich zu strikter Neutralität, falls Preußen von irgendeiner Seite angegriffen werde.Preußen seinerseits versprach, Danzig gegen jeden Angriff mit Waffengewalt zu verteidigen und eine Beeinträchtigung der Gerechtsame und Gewohnheiten Danzigs auf Ansuchen wie eine Beeinträchtigung der eigenen Interessen zu behandeln. Danzig blieb der Angelpunkt bei jeder staatlichen Umbildung der Ostseemächte. Noch Napoleon löste es im Tilsiter Frieden von Preußen als Freie Stadt Danzig (1807-1814 / Erste Restauration) los, denn von dort aus wollte er Preußen und Polen gleichermaßen in Schach halten und gegen Rußland ziehen. Auch auf wirtschaftlichem Gebiet kamen wichtige Staatsverträge zustande, so z.B. mit England. Danzig, die "Königin der Weichsel", die schon seit dem vierzehnten Jahrhundert zu den größten europäischen Städten gehörte, war ja von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer und tief nach Rußland hinein der größte Hafen Nordosteuropas. Durch die vorgelagerte Halbinsel Hela liegt Danzig sehr gut in der Danziger Bucht vor Seestürmen geschützt, und der Hafen ist im Winter nahezu eisfrei. Es gab kein Land, mit dem Danzig nicht Handel getrieben hätte, von Norwegen bis Portugal und Italien, von Frankreich und den Niederlanden bis nach Ungarn und zur Levante. Sein Getreide vor allem und sein Holz gingen schon früh nach England, das bei seiner Weidewirtschaft mit Schafzucht und seiner Tuchherstellung auf Korneinfuhr in größtem Ausmaß zur Volksernährung angewiesen war. In mehreren Hungersnöten war Danzig durch gewaltige Getreidelieferungen Englands Retter. Da aber der englische Kaufmann in Danzig ebenso wie in den anderen Hansestädten, seine Waren nicht frei, d.h. ohne Hinzuziehung einheimischer Kaufherren, absetzen konnte, kam es zu vielen Zwistigkeiten. Schließlich führte Danzig Krieg gegen England, in dessen Verlauf 1473 u.a. der berühmte Kapitän Paul Beneke ein großes für England fahrendes Schiff nach schwerem Kampf kaperte und eine Beute von nahezu fünf Millionen Goldmark machte. Im Triumph brachte er auch Hans Memlings großes Altargemälde "Das jüngste Gericht" in die Marienkirche heim. Aber im Laufe der Zeit wurde die Macht der Hanse allmählich geringer, und das erstarkende England befreite sich von aller Bevormundung. Die Handelsbeziehungen Danzigs zu England wurden aber dadurch noch nicht geringer, und es ist für Danzigs Bedeutung recht aufschlußreich, wie man diplomatisch mit ihm zu verkehren pflegte. So bat König Heinrich VIII. im Jahre 1537 den Danziger Rat, "seine teuersten Freunde, im Hinblick auf die alte gegenseitige Freundschaft", einem von ihm beauftragten Abgesandten für Mastholzankäufe alle Förderung gewähren zu wollen. Königin Elisabeth teilte im Jahre 1600 mit, daß sie Danzigs Gesandten, der wegen hansischer Streitigkeiten zu vermitteln hatte, ihre Wünsche mitgeteilt habe, dankte und versprach im Bedarfsfalle Gegenseitigkeit. Im Jahre 1707 vollzog Königin Anna die Unterschrift unter einen Vertrag zwischen Danzig und England, der die Rechte der beiderseitigen Staatsangehörigen in Bezug auf Handel, Schiffahrt, Landesaufenthalt und bürgerliches Leben regelte. Bis dahin hatten die Briten, wie alle anderen Ausländer, nach Danziger Gesetz, Willkür genannt, nur über den Zwischenhandel eines Danziger Handelsherrn fremde Waren in der Hansestadt ein- oder ausführen können. Der Danziger Handel, besonders mit Getreide, blühte natürlich nicht allein mit England und den Niederlanden, wohin nicht selten drei- bis fünfhundert Schiffe auf einmal das Korn verfrachteten, sondern auch mit den Mittelmeerländern, auch dem Kirchenstaat, Toskana und Venedig.
Und alle europäischen Staaten hatten in Danzig ihre Gesandten, Residenten, Konsuln oder Agenten, die in der international üblichen Form in feierlicher Sitzung ihre Beglaubigungsschreiben überreichten. Danzig war durchaus ein
selbständiges Staatswesen im Kreise der übrigen Staaten. Die Herrscher Europas teilten ihm ihre Thronbesteigung mit, benachrichtigten Danzig vom Tode einzelner Mitglieder regierender Häuser oder von der Stellvertretung des Herrschers während einer Krankheit oder Abwesenheit. Man lud den Danziger Rat zu Krönungsfeierlichkeiten ein, gab ihm Verfassungsänderungen bekannt und anderes mehr. Nicht allein die unwiderlegbaren Urkunden aus allen Jahrhunderten, die Chroniken, Verwaltungsberichte und sonstigen Unterlagen, sondern auch die bildende Kunst, die Dichtung, selbst die Architektur der Stadt zeugen von ihrer europäischen Geltung.
Damals, als Danzig noch nicht so hieß, war es wirklich eine "Freie Stadt", ein Staat unter den Staaten der Erde.

Freie Stadt Danzig

1920 / Zweite Restauration /

Seither steht der Staat Danzig und seine Verfassung unter der Schutzgarantie und Schutzverpflichtung der Unterzeichnerstaaten des Versailler Vertrages. Völkerrecht verjährt niemals, die Internationalen Verträge haben ihre Gültigkeit nicht verloren, wir Danziger halten uns an die gemachten Vereinbarungen und erwarten dies auch von unseren Vertragspartnern.

1939 Völkerrechtswidrige Okkupation des neutralen und unter dem Schutz der Staatengemeinschaft stehenden Staates Danzig durch das faschistische Deutschland. Völkerrechtswidrige Aneignung Danziger Staatsvermögens, völkerrechtswidriger Einzug der neutralen Danziger Staatsbürger zum Kriegsdienst.

1945 Okkupation und mutwillige Zerstörung Danzigs, Beraubung, Ermordung und Verschleppung unschuldiger Danziger, und Vergewaltigung der Frauen durch die Sowjetunion.

1945 Völkerrechtswidrige Enteignung und Vertreibung der neutralen Danziger Staatsbürger durch Polen.

Wird Europa den Danzigern Gerechtigkeit angedeihen lassen???

Kann es Frieden in der Welt geben, wenn kommunistisches Unrecht nicht verfolgt wird?

Werden die Vereinten Nationen jemals handlungsfähig werden?

email: gerold_ewald@yahoo.de

Exilregierung: http://de.360.yahoo.com/gerold_ewald

Siehe auch: www.tibet.com


                         

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