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Für unsere Oma

 

 

Der 07.Januar war ein Mittwoch,unser Vater war noch fit,fuhr noch morgens mit seiner Lebensgefährtin einkaufen und um 10 Uhr sollte sein Schwiegersohn in dann ins KH bringen,die Woche durch hatte er Untersuchungen...aber noch keine Befunde....er ging die ganze Woche noch morgens zum Kiosk um sich die Zeitung zukaufen.
 
Dann der 13.Januar es war ein Dienstag,rief er ganz aufgeregt bei mir an und erzählte sie hätten was gefunden!!! SCHOCK!! Bei ihm und bei mir,ich versuchte ihn zu beruhigen,wir würden gleich sofort vorbei kommen......im KH angekommen ,sagte man uns mein Papa hatte ein Rezidiv und Metastasen in der Lunge,in der Wirbelsäule und der Schulter....wie kam das jetzt so schnell her??im Okt.war doch noch alles ok!!
 
Es wurde alles mit meinem Vater abgesprochen,er wurde am 16.1. entlassen,Chemo und Bestrahlung sollte er in einem Düsseldorfer Klinikum bekommen.
Am Morgen des 17.1.rief morgens um 7 Uhr die Lebensgefährtin ganz aufgeregt bei uns an,das Papa keine Luft bekommt,es wurde sofort der RTW alamiert,ihm waren mehrere Tabl. im Hals stecken geblieben,seit der OP in der man ihm die Speiseröhre zurückverlegte,bekam er an der OP-Naht eine Hernie,es wurde manchmal wenn er sprach oder etwas trank so groß ein ein Tennisball,aber zum Glück war das nie schlimm,nur jetzt blieben die Tbl. darin hängen.
 
Unser Papa kam in ein KH,den Namen darf ich leider nicht nennen,in dem man nur als Notfallpat.eingeliefert wird,ich kenne keinen der da freiwillig rein geht..naja,er wurde Samstagmorgens eingeliefert und quälten ihn,es wurden alle UT die er schon in seinem KH bekam, nochmal gemacht,unser Papa hatte durch die Metas starke schmerzen....aber sie untersuchten weiter.....
 
Diese 3 Tage die er da im KH war,haben ihm bestimmt einige Monate seines Lebens gekostet,eine Woche vorher lief er noch rum..ab da nicht mehr,er lag nur noch und es sollte noch viel schlimmer kommen.....
 
Montag morgen habe ich sofort bei seinem Onkologen angerufen,sogar er meinte sofort raus da,die wären nicht Kompetent genug,er würde uns eine Einweisung in sein KH geben....
 
Meine Schwester war morgens auch bei ihm und wollte ihn raus holen,aber er wollte nicht,sie haben ihn zugedröhnt mit Morphin.....als er dann wieder so gegen 9 Uhr klarer wurde,habe ich bei ihm angerufen und gesagt,er müßte aus dem KH,das hätte sogar sein Onkologe gesagt,meine Schwester würde ihn gleich abholen und er soll sich nichts anmerken lasse,ich hatte Angst sie dröhnen ihn wieder zu.....
 
Aber was macht unser Papa?? Als meine Schwester um ca. 11 Uhr ins KH kommt,war unser er schon fix und fertig angezogen....seine Taschen waren gepackt....meine Schwester mußte noch kleine Streitigkeiten mit den Ärzten über sich ergehen lassen,sie sagte sie kam sich vor wie der Staatsfeind No1....aber sie wollten meinen Vater nicht mit ihr gehen lassen,das Risiko wäre zu groß,sie würden einen RTW bestellen.....nur der kam um 14 Uhr und sie haben unseren Vater bis dahin keine Schmerzmedikamente mehr gegeben....
 
Dann endlich wieder in seinem KH,haben sie ihm Morphinpflaster gegeben....es ging aber immer mehr bergab...ich glaub mein Vater hatte jetzt auch kleine Lust mehr zukämpfen,das hatte er schon zu oft.......
Am nächsten Tag waren wir alle bei ihm und er wollte etwas essen verschluckte sich und bekam keine Luft,er sah auch so grau aus.....wir dachten wirklich alle jetzt passiert es....
 
Er sollte Donnerstag in das andere KH wegen Chemo und Bestrahlung doch ob sie ihn annahmen  das wußten selbst die Ärzte in seinem KH nicht,er hatte so abgebaut sein Allgemeinzustand war so schlecht...
 
Aber sie nahmen ihn an,Chemo durfte er keine bekommen,dafür war er zu schwach,sie hätte ihm eher geschadet als genutzt,aber Bestrahlung bekam er,er setzte so viel Hoffnung in die Bestrahlung......am 30.01. bekam er eine PEG Sonde gesetzt..es verlief alles gut....dann wieder einige Tage später am 06.02, bekam er heftige Bauchschmerzen,die Ärzte untersuchten ihn und stellen fest er hat Luft zwischen den Organgen das bedeutete LEBENSGEFAHR!! sie sagten unserem Vater  das er ganz schnell operiert werden müßte und es aber auch sein kann,dass er während der OP verstirbt,er meinte nur,das sei ihm egal.er hält die Schmerzen nicht mehr aus......er wurde dann auch in der Nacht noch operiert...kam dann für 2 Tage auf die Chirurgische Station,er hatte mal wieder alles prima gemeistert,aber wir haben auch nichts anderes erwartet...
 
Montags kam er wieder auf seine Station und die Bestrahlung konnte fortgeführt werden....alles ging gut bis zum 06.03.,er bekam einen Darmverschluß,wiede notop,wieder die gleichen Sätze der Ärzte....er kam wieder auf die Chirurgische Intensivstation...wieder für 2 Tage dann aber auf normale Station....zu seiner alten kam er gar nicht mehr,aber das wußten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht.....
 
In der Nacht von Freitag auf Samstag wurde unser Papa operiert und Mittwochs kam ein ganz schlauer Arzt und zog unserem Vater 10Klammern!! aus der OP Wunde,weil sich darunter Sekret gebildet hat,da unser Vater immer Husten mußte und seine Bauchdecke durch die ganzen OP nichts mehr ok  war,platzte ihm der Bauch...wieder OP.....er wurde ca.18.40 Uhr abgeholt für die OP,wir begleiteten ihn bis zum OP und dann hieß es wieder warten.....schon um 21 Uhr rief mein Vater mich an und sagte das alles ok ist ,es geht ihm gut,ich fragte ob wir vorbei kommen sollten,er meinte es wäre schon so spät,doch ich sagte ,wenn er es möchte dann kommen wir,ich fuhr dann noch mit meiner Schwester zum KH und unser Vater war sehr gut darauf.....er hatte gescherzt,gelacht...dann am Samstag ist ihm wieder der Bauch geplatzt....wieder OP,diesmal kam ein Netz in die Bauchdecke...aber unsere Vater erholte sich nicht richtig,es war nicht so wie an dem Mittwoch,er mußte in ein extra Raum,weil da Geräte angeschlossen waren,die er brauchte,er sprach nicht,guckte nur geistesabwärtig an die Decke....es war schlimm.....er erbrach auch Kot....ich dachte es muß doch wieder besser werden wie an dem Mittwoch auch..aber ich glaub irgendwann kann es auch der stärkste Körper nicht mehr verkraften......
 
Die Wunde sollte jetzt von allein zu heilen....dann hatte er in der Zeit auch noch mehrmals Wasser in der Lunge...die Tage wechselten sich immer ab..mal ging es wieder ganz gut,da schöpft man Hoffnung und ging es ihm wieder ganz schlecht......
 
Der 19.3. sollte mir einer zu den schwärzesten Tagen in unserem Leben gehören.wir hatten ein Gespräch mit dem Prof. ohne meinen Vater,mein Bruder ,mein Mann und ich waren anwesend.....das die Ärzte sehr viel Leid gewohnt sind,ist klar,aber ich finde sie sollte trotzdem noch menschlich bleiben,was dieser Prof uns alles an den Kopf warf,ohne da wir darauf vorbereitet waren,war wirklich schlimm....
 
1.unser Papa hätte nur ein paar Wochen zu leben *Schluck* aber sie könnten ihn in immer höherer Dosis Morphin und Beruhigungsmittel verabreichen,dann wäre unser Vater in ca. 14 Tagen tot,darüber sollten meine Geschwister und ich entscheiden..........unser Papa war klar im Kopf....und wir sollten über sein Leben entscheiden??Nur weil die Ärzte ihm die Hoffnung nicht nehmen wollten?? NEIN!! das konnten wir nicht.....ich sagte,wir wollen aus der Situation entscheiden und nicht jetzt....
oder
2. er kann jetzt nach Hause entlassen werden,alles regeln..und dann kann er in ´Ruhe sterben!!!!!!!
 
Ich sagte dem Arzt das ich ihn auch gerne zu mir nehmen würde aber das ich Angst vor dem Tag X habe und wenn er mal keine Luft bekommt,da meinte er ganz trocken zu mir,dann könnte ich nichts anderes machen als sie auch.....Hand halten und abwarten bis es vorbei ist.....(ich bekomm jetzt noch Gänsehaut)
 
Nach dem Gespräch mußten mein Bruder und mein Mann erstmal an die frische Luft,wir waren alles ziemlich fertig,ich wollte aber  schnell zu unserem Papa er hatte schon lang genug gewartet,der Weg bis zu seinem Zimmer kam mir wie eine Ewigkeit vor...mir liefen die Tränen ...was sollte ich ihm sagen....eine Schwester kam auf mich zu und sagte ich dürfte ihm meine Traurigkeit nicht zeigen...er hat noch soviel Hoffnung......na klasse ,jetzt darf ich noch nicht mal Abschied von ihm nehmen?? ich wischte mir die Tränen ab,ging in sein Zimmer,er guckte mich mit großen Augen an und fragte:"Und was sagt der Arzt?" was sollte ich antworten??Papa du wirst sterben???? Nein,ich sagte zu ihm,das sie im Moment keine weiteren Bestrahlungen durchführen können,weil sein Bauch ja offen ist(er hat soviel Hoffnung in die Bestrahlung gesetzt) und er soll sich überlegen wo er hin möchte zu mir oder zu sich nach Hause?Das KH sprach auch von einem Hospiz aber wir wußten da wäre er niemals hin gegangen...das war zu entgültig..er hatte ja immer noch Hoffnung....
 
Wir klärten alles mit dem KH ab,was unser Papa für zu Hause brauchte,wir brauchten auch einen Pflegedienst.....wir haben das Glück das in unserem Wohnort ein Hospiz ist das auch nach Hause kommt.....ich klärte alles mit dem Leiter des Hospizs Herr Ford ab,wann unser Papa nach Hause kommt und was er alles braucht,er hatte ja eine  Schmerzpumpe,einen Port,eine PEG-Sonde,Urinkatheder,Sauerstoffgerät....
 
Am 26.3.04 wurde unser Vater nach Hause entlassen..........
 

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