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Speiseröhrenkrebs
(Ösophaguskarzinom)
Prof. Dr. Markus
Raderer
Was ist
Speiseröhrenkrebs?
Speisenröhrenkrebs entwickelt sich aus Zellveränderungen in der
Speiseröhrenschleimhaut, die zu ungehemmtem Wachstum und zur Verbreitung dieser
Zellen führen. Die Häufigkeit von bösartigen Tumoren in der Speiseröhre ist von
Land zu Land sehr unterschiedlich. In Nordchina oder im Nordiran kommt es
deutlich häufiger vor als in Österreich oder in vergleichbaren westlichen
Ländern. Männer sind etwa acht Mal so häufig betroffen wie Frauen.
Welche Risikofaktoren gibt es?
- Tabakrauchen
- Alkoholkonsum (v. a. hochprozentiger Alkohol)
- Aflatoxine (produziert von bestimmten Pilzen)
- Nitrosamine: Sie kommen in gepökeltem und geräuchertem Fleisch und im
Tabakrauch vor.
- mangelhafte Aufnahme von bestimmten Vitaminen und Spurenelementen (v.a.
Vitamin
A sowie u.U. Zink und
Magnesium)
- Papilloma-Viren
- Narben durch Laugenverätzungen
- Barrett-Syndrom (eine Komplikation bei der chronischen Refluxkrankheit)
- Strahleneinwirkung
Wie bemerkt man die Krankheit?
Speiseröhrenkrebs ist eine Erkrankung, die sich oft relativ spät und
durch uncharakteristische Symptome bemerkbar macht.
- Speiseröhrenkrebs äußert sich häufig durch Schluckbeschwerden, die bei
fortgeschrittener Erkrankung durch eine Einengung der Speiseröhre durch den
Tumor zu Stande kommen. Diese Schluckbeschwerden betreffen zuerst feste, dann
zunehmend auch flüssige Speisen.
- Als
Folge der eingeschränkten Fähigkeit zur Nahrungsaufnahme entstehen
Appetitverlust, Erbrechen, Gewichtsverlust und starke
allgemeine Abgeschlagenheit.
- Ebenfalls sehr häufig berichten die Betroffenen über Druckgefühl oder
krampfartige Schmerzen hinter dem Brustbein, die manchmal mit Herzbeschwerden
verwechselt werden können.
Wie diagnostiziert der Arzt den
Speiseröhrenkrebs?
Auf
Grund der relativ uncharakteristischen Beschwerden wird Speiseröhrenkrebs oft
relativ spät diagnostiziert. Die Verdacht ergibt sich manchmal durch eine
Röntgenuntersuchung der
Speiseröhre, die letztendliche Diagnose lässt sich aber zumeist nur durch eine
Speiseröhrenspiegelung (Endoskopie) mit Gewebeentnahme
(Biopsie) stellen.
Über
die genaue Ausbreitung der Erkrankung gibt eine Computertomographie (CT) sowie an
spezialisierten Abteilungen eine spezielle Ultraschalluntersuchung
(Endosonographie) Auskunft. Diese beiden Verfahren sind vor allem im Hinblick
auf eine etwaige Operation von Bedeutung, da sie über die genaue Ausbreitung in
der Speiseröhre und in die Umgebung oder das Vorhandensein von Fernabsiedelungen
(Metastasen) Aufschluss geben.
Wie wird Speiseröhrenkrebs
behandelt?
Bei
kleinen Tumoren ohne Tochtergeschwülste erfolgt die Operation mit möglichst
vollständiger (radikaler) Entfernung des Tumors sowie der umgebenden
Lymphkonten. Bei in die Umgebung eingewachsenen (lokal fortgeschrittenen)
Tumoren ist die Kombination von Strahlentherapie und Chemotherapie oft
vielversprechend, während im Metastasenstadium die Chemotherapie eingesetzt
wird.
Wenn
auch in fortgeschrittenen Stadien eine Heilung oft nicht möglich ist, bringen
Strahlentherapie und Chemotherapie für die Betroffenen oft deutliche
Erleichterung (Schmerzlinderung, Verbesserung der Schluckbeschwerden).
Zusätzlich besteht bei ausgeprägten Schluckbeschwerden die Möglichkeit, ein
Maschengitter (Stent) in die Speiseröhre einzusetzen, um auf diese Weise dem
Patienten das Schlucken zu erleichtern. |