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Horst Tress informiert aus der Szene
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AUSSTELLUNG Kunsthalle Krems (Österreich) „Lebenslust & Totentanz“ bis 07. November 2010. Die Ausstellung zeigt mit rund 250 Werken die bisher umfangreichste Präsentation einer der renommiertesten Sammlungen Europas, der Olbricht Collection. Die Schau ermöglicht eine Abenteuerreise durch die Kunst- und Kulturgeschichte der letzten 400 Jahre: Die ausgestellten Werke gehen formale und thematische Korrespondenzen ein, lassen immer wieder Beziehungen anklingen, die Bestandteil unserer Kulturgeschichte und unseres kollektiven Bildgedächtnisses sind. Die Ausstellung widmet sich den existentiellen Themen menschlichen Lebens wie Religion, Sexualität, Liebe, Schönheit, Vergänglichkeit und Tod. Sie zeigt aktuelle Kunst, die zum Dialog herausfordert und moralische und religiöse Tabus bricht. Der historische Bogen erstreckt sich von Kunst- und Wunderkammer-Exponaten aus dem 16., 17. und 18. Jahrhundert bis hin zu zeitgenössischen Werken des 20. und 21. Jahrhunderts. Motivisch und inhaltlich verbunden treffen so Albrecht Dürer auf Andy Warhol, Emil Nolde auf Gerhard Richter oder Frans Pourbus d. Ä. auf Cindy Sherman und gehen außergewöhnliche Dialoge ein, die Kunst- und Kulturgeschichte neu und spannend erzählen. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Beiträgen von Burghart Schmidt, Hans-Peter Wipplinger u.a.
KUNST UND TIERE CD mit Booklet „Musica – Zoologica. Ein musikalischer Spaziergang durch den Zoo“, ISBN 978-3-931739-49-2, 18,95 EUR Ein Cross-Media-Projekt ist die neue Musica-Produktion der Medienzentrale des Erzbistums Köln. Dom, Zoo, Kunst und Musik treffen sich hier im Motiv der Bewahrung der Schöpfung. In einem kleinen Buch mit beigefügter CD werden Tierzeichnungen von Harald Naegeli, klassische Musik durch die Jahrhunderte und Abhandlungen zum Thema Tiermotive in der Musik zum Kunstschaffen von Harald Naegeli und zum Kölner Zoo in einzigartiger Verbindung zusammengeführt. Hintergrund ist das große Jubiläum, das der Kölner Zoo zu seinem 150jährigen Bestehen in diesem Jahr feiert und eine Sendung im domradio, die der Kölner Dompropst Dr. Norbert Feldhoff gestaltet und moderiert hat. In diesen Musikstücken mit Ausschnitten aus Werken der klassischen Musik spielen Tierlaute und Tiermotive eine zentrale Rolle. Die musikalischen Impressionen reichen von einer launigen Musikminiatur des Benediktiner Adriano Banchieri aus dem 17. Jahrhundert bis ins 20. Jahrhundert zu Claude Debussy. Zu Musik und Zoo kommt als dritter Aspekt die bildende Kunst. Eine aktuelle Ausstellung mit Tierzeichnungen des als „Sprayer von Zürich“ bekannten Schweizer Künstlers Harald Naegeli ist im Zoo zu sehen. Ausgewählte Werke sind auch in das Booklet der CD übernommen worden. Die musikalischen Werke stammen von Georg Friedrich Händel, Adriano Banchieri, Franz Liszt, Franz Schubert, Josef Strauss, Nicolai Rimsky-Korsakoff, Joseph Haydn und Claude Debussy. Köllefornia informiert: Bestellungen direkt bei der Medienzentrale des Erzbistums Köln, Marzellenstraße 32, 50668 Köln, E-Mail: info@medienzentrale-koeln.de
AUSSTELLUNG Paula Modersohn-Becker „Pionierin der Moderne“ bis 19. September im Paula Modersohn-Becker Museum in Bremen Paula Modersohn-Becker (1876-1907) hat als eine der wenigen Frauen Wesentliches zur Entwicklung der Kunst der klassischen Moderne beigetragen und gilt heute als Pionierin in der Malerei. Zwar liegen ihre künstlerischen Wurzeln in Worpswede, doch sie erkennt sehr bald, dass die Enge der Künstlerkolonie mit den ästhetischen und thematischen Konventionen des ausgehenden 19. Jahrhunderts sie nicht weiterbringt: In der Silvesternacht 1900 bricht sie erstmals nach Paris auf. Die pulsierende Kunstmetropole lässt sie nicht los und so zieht es sie in den ihr noch verbleibenden sieben Lebens- und Schaffensjahren weitere drei Male in die Stadt an der Seine. Dort holt sie sich die Inspirationen sowohl im Louvre beim Studium der alten Meister und antiker Bildwerke als auch bei Künstlerkollegen wie Auguste Rodin, Paul Cézanne oder Paul Gauguin. Paula Modersohn-Beckers Bilder zeugen von der Suche nach der großen Einfachheit der Form, die sie vor allem in den Jahren kurz vor ihrem viel zu frühen Tod meisterhaft umzusetzen verstand. Doch war es gerade diese grobe, runenhafte Ausdrucksweise, die bei vielen Zeitgenossen auf Unverständnis stößt. Anlass dazu gaben unter anderem ihre Kinderbildnisse. Denn im Gegensatz zu den über Jahrhunderte hinweg liebreizenden, engelsgleichen dargestellten Geschöpfen, entfernt sie sich drastisch von diesen traditionellen Erwartungen. Paula Modersohn-Becker strebte die Reduzierung komplexer Bildgegenstände an, wobei ihr Schwerpunkt auf weiblichen Figuren und Selbstporträts lag. In diesen befragt sie sich immer wieder neu und schuf mit dem Selbstbildnis am 6. Hochzeitstag 1906 schließlich eine Inkunabel der Kunstgeschichte, den ersten Selbstakt einer Frau. Die Retrospektive, die in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Krems erstellt wurde, bietet einen Überblick über das Lebenswerk der Künstlerin, die trotz der kurzen Schaffenszeit ein erstaunliches Spektrum an Werken hinterlassen hat. Besonders erfreulich sind die Leihgaben privater Sammler, die es ermöglichen, Bilder zu zeigen, die nie zuvor in Bremen zu sehen waren. Ein weiteres Highlight ist ein Gemälde Paula Modersohn-Beckers, das als Neuzugang der Museumssammlung dem Publikum erstmalig präsentiert wird. So bietet die Ausstellung auch für Kenner der Künstlerin neue und spannende Blicke.
KLEINKUNST Wiglaf Droste „Im Sparadies der Friseure – Eine kleine Sprachkritik“, 2 CDs erschienen bei WortArt Sprachkritik ist en vogue in Deutschland. Schon lange widmet sich Wiglaf Droste dem Zusammenhang zwischen sprachlicher und inhaltlicher Zerwirrnis. Im vorliegendem Hörbuch untersucht er, fern jeder Rechthaberei, Vokabular wie tausend Prozent, bedingungslos, Public Viewing, u.v.a. Droste wäre allerdings nicht Droste, wenn er selbst bei diesem Thema nicht große Sprachliebe walten ließe. Köllefornia informiert: Wiglaf Droste ist Kolumnist der taz-Wahrheitsseite, wurde 1961 in Herford/Westfalen geboren, lebte lange Zeit in Berlin und wohnt heute größtenteils in Leipzig. Bereits in den 80er Jahren schrieb Droste für die taz, bevor er 1989 sein erstes Buch veröffentlichte. Später war er als Redakteur u.a. für die Titanic tätig. Musikalisch ist er mit dem Spardosen-Terzett unterwegs und gibt außerdem gemeinsam mit Meisterkoch Vincent Klink die vierteljährlich erscheinende kulinarische Kampfschrift "Häuptling Eigener Herd" heraus. Für seine Arbeit wurde Droste 2003 mit dem Ben Witter-Preis und 2005 mit dem Annette von Droste Hülshoff-Preis ausgezeichnet. Von März bis Juli 2009 war er Stadtschreiber zu Rheinsberg.
AUSSTELLUNG „Miró – Die Farben der Poesie“ im Museum Frieder Burda, Baden-Baden bis 14.11.2010 Der geniale Katalane Joan Miró (1893– 1983) schuf in seinem langen Künstlerleben ein faszinierend vielgestaltiges Werk. Zunächst durch Arbeiten von van Gogh, Cézanne, Matisse und Picasso inspiriert, fand er nach einer bedeutenden surrealistischen Phase zu einer ganz unverwechselbaren Bildsprache. Die Publikation begleitet eine große Schau seines Œuvres und zeigt etwa 150 Werke aus sechs Jahrzehnten, mit denen Miró die Kunst des 20. Jahrhunderts zutiefst geprägt hat. Den Schwerpunkt des Bandes bilden seine Gemälde, ergänzt durch Papierarbeiten, Keramiken und Skulpturen. Der Kunsthistoriker Jean-Louis Prat, der mehr als 30 Jahre lang die renommierte Fondation Maeght im südfranzösischen St. Paul de Vence leitete und mit Joan Miró befreundet war, kuratiert die Ausstellung und schreibt die weiterführenden Texte des Begleitbandes zur Ausstellung. Er ist bei Hatje Cantz zum Preis vom 29,80 EUR erschienen.
AUSSTELLUNG UND KATALOGBUCH „Der Westen leuchtet“, Kerber Verlag, Format 23 × 29 cm, 416 Seiten mit 83 s/w- und 224 farbigen Abbildungen, Hardcover, gebunden, deutsch / englisch, ISBN 978-3-86678-432-1, EUR 49,95 „Der Westen leuchtet“ versammelt insgesamt 33 Künstlerinnen und Künstler aus zwei Generationen zu einer breit angelegten Standortbestimmung der Kunstlandschaft des Rheinlandes und Nordrhein-Westfalens, dokumentiert eindrucksvoll die Vermessung des künstlerischen Erbes und möchte Handbuch sein über dessen Geschichte im 20. Jahrhundert; zeigt zugleich aber auch den Entwurf seiner künstlerischen Zukunft. Ausgangspunkt bildet dabei die Präsentation der wesentlichen Künstlerinnen und Künstler der älteren Generation jeweils mit neuen Arbeiten. Diese wiederum werden mit zentralen Positionen der jungen Nachwuchskunst verknüpft und historische und aktuelle Perspektive treten fruchtbar nebeneinander. Das Besondere: Die Auswahl der älteren Künstlergeneration erfolgte durch das Kunstmuseum Bonn, die präsentierten Nachwuchspositionen hingegen wurden eben von jenen ausgewählten Künstlern benannt — ein bewusstes Zeichen gegen das Fantasma des omnipotenten Kurators und zugleich Anerkennung der prioritären Leistung der Künstlerinnen und Künstler. Künstler: Thomas Arnolds, Bernd und Hilla Becher, Joseph Beuys, Anna und Bernhard, Johannes Blume, Tony Cragg, Martina Debus, Simon Denny, Chris Durham, Claudia Fährenkemper, Isa Genzken, Andreas Gursky, Natascha Sadr Haghighian, David Hahlbrock, Georg Herold, Benjamin Houlihan, Bernd Kastner, Christian Keinstar, Jürgen Klauke, Imi Knoebel, Erinna König, Gereon Krebber, Ursula Neugebauer, Marcel Odenbach, Albert Oehlen, Blinky Palermo, Michail Pirgelis, Sigmar Polke, Gerhard Richter, Ulrich Rückriem, Thomas Schütte, Katharina Sieverding, Rosemarie Trockel und Timm Ulrichs. Die Publikation erschien anlässlich der Ausstellung „Der Westen leuchtet“, 10. Juli bis 24. Oktober 2010, Kunstmuseum Bonn.
AUSSTELLUNG „Franz Marc – Paul Klee. Ein Dialog in Bildern“, Franz Marc–Museum, Kochel am See, 28. Juni – 3. Oktober 2010, Stiftung Moritzburg, Halle, 15. Oktober – 9. Januar 2011, Zentrum Paul Klee, Bern, 28. Januar – 1. Mai 2011 Franz Marc und Paul Klee gehören zu den wenigen Künstlern der Avantgarde des 20. Jahrhunderts, die über den engeren Kreis der Kunstinteressierten hinaus eine große Popularität erlangt haben. Zu ihrem Werk werden regelmäßig Ausstellungen im internationalen Kontext veranstaltet, und beiden Künstlern wurden in jüngster Zeit sogar eigene Museen gewidmet: das Franz Marc–Museum in Kochel und das Zentrum Paul Klee in Bern. Weniger bekannt ist, daß Marc und Klee eine intensive Freundschaft verband. Durch Marcs frühen Tod im 1. Weltkrieg währte die Beziehung zwar nur kurz, doch war sie für die Entwicklung beider Künstler von besonderer Bedeutung. Beispielhaft zeigt sich dies an der Tatsache, daß Marc es war, der Klee in die Münchner Künstlerkreise einführte und ihm bei der Vermittlung von Aufträgen behilflich war – und daß Klee nach Marcs Tod dessen Hauptwerk „Tierschicksale“ restaurierte, nachdem es durch einen Brand beschädigt worden war. Die Ausstellung im Franz Marc-Museum Kochel, in der Moritzburg, Halle, sowie im Berner Zentrum Paul Klee wird erstmals die Beziehung beider Künstler umfassend dokumentieren: ihre illustrierten Briefe und Karten, die Werke, die sie sich schenkten, gemeinsame Projekte, die sie planten, und die wesentlichen Bilder jener Jahre, die in engem Austausch entstanden. Ergänzt durch einen Katalog aus dem Nimbus Verlag.
KUNSTBUCH „Kapitalistischer Realismus“, Kerber Verlag, 144 Seiten, 29,80 EUR, ISBN 978-3-86678-413-0 1963 verkündeten Gerhard Richter und Konrad Lueg das "Leben mit Pop" und veranstalteten in einem Düsseldorfer Möbelhaus eine "Demonstration für den kapitalistischen Realismus" – ein Begriff, mit dem man sich ganz bewusst von seinem sozialistischen Pendant abgrenzen wollte. Diese Idee aufgreifend, versammelte der West-Berliner Galerist René Block für einige Jahre unter diesem Etikett weitere Künstler wie Sigmar Polke, KP Brehmer, Karl-Heinz Hödicke und Wolf Vostell. Der Katalog zur Ausstellung präsentiert nun etwa 100 druckgrafische Arbeiten aus der Sammlung Block, darunter von den prominentesten deutschen Malern der Gegenwart wie Polke und Richter. Diese Werke, die häufig kritische Kommentare der bundesrepublikanischen Verhältnisse, auch humorvolle Experimente mit Anleihen bei amerikanischer Pop-Art und Fluxus sind, stellen in ihrer gestalterischen Vielfalt und ihrem politischen Engagement einen bedeutenden Beitrag zur westdeutschen Kunst der 1960er Jahre dar.

KUNSTTIPP Nam June Paik „When too perfect lieber Gott böse.“, Blechschild, 25 cm x 15 cm, Preis einschliesslich Versandkosten und 7% MwSt. nur 22,- Euro – Sofort lieferbar! Bestellungen an horsttress@alice-dsl.net (Abbildungsnachweis: HarlekinArt)
AUSSTELLUNG Barbara und Katharina Grosse bis zum 17. Oktober in der Ausstellungshalle der Städtischen Museen Freiburg im Augustinermuseum Mit Barbara und Katharina Grosse wird die neue Ausstellungshalle der Städtischen Museen im Augustinermuseum eröffnet. Die vom Museum für Neue Kunst veranstaltete Doppelausstellung ist die erste gemeinsame Präsentation von Mutter und Tochter. Sie erzählt nicht nur eine besondere, persönliche Art von Familiengeschichte, sondern schlägt auch einen Bogen zwischen den Medien und den Generationen der Kunst. Barbara Grosse, 1938 in Stuttgart geboren, studierte Ende der 50er Jahre an der Freiburger Kunstakademie und lebt heute in Bochum. Seit vielen Jahren beschäftigt sie sich mit zeichnerischen und graphischen Ausdrucksformen, die Spuren des Zufalls mit gezielten bildnerischen Eingriffen verbinden. Ihr aktuelles Werk ist ein wichtiger Beitrag zu den Möglichkeiten der Druckgraphik. In der für Freiburg entwickelten Installation lösen sich ihre großformatigen Radierungen von der Wand, scheinen mit fast unmerklicher Bewegung im Raum zu schweben. Katharina Grosses Werk ist geprägt von einem anarchischen Impuls. Seit Anfang der 1990er Jahre arbeitet die 1961 in Freiburg geborene und heute in Berlin lebende Künstlerin an einer Bildform, die alle festgelegten Grenzen und Hierarchien außer Kraft setzt. Hinter dem Eindruck einer monumentalen, mit der Sprühpistole erzeugten Farbgestik, inmitten einer geradezu spektakulär erfahrbaren Raumwirkung erschließt sich eine zweite Wahrnehmungsebene: ein gleichsam performativer Vorstellungsraum, in dem das Malen, das Denken und Handeln, keine Wirklichkeit mehr kennt, die wirklicher ist als die Möglichkeit. In diesem offenen System des ästhetischen Geschehens zwischen Realität und Illusion laufen Architektur, Skulptur und Tafelbild in einem Objekt zusammen, verbinden sich zu einer alle Kategorien und gültigen Setzungen überschreitenden bildnerischen Erscheinung.
KUNSTBUCH „Joseph Beuys: Räume 1971-1984, Plastiken und Objekte 1952-1974“, Kerber Verlag, 208 Seiten, 29,95 EUR, ISBN 978-3-86678-269-3 Joseph Beuys war dem Kaiser Wilhelm Museum Krefeld seit den frühen 1950er Jahren verbunden. Zahlreiche seiner Arbeiten gelangten so mithilfe des Künstlers in die Sammlung. Darunter befindet sich eine Werkgruppe, bestehend aus sieben zentralen Arbeiten, für die Joseph Beuys 1977 eine eigenständige permanente Installation schuf, die den Museumsraum nicht nur körperlich, sondern auch konzeptuell mit einbezieht. Diese Rauminstallation ist weltweit eine der wenigen des Künstlers, die an ihrem Ursprungsort unverändert erhalten ist. Von der Forschung wurde sie bisher jedoch nur vereinzelt beachtet. Daher widmete sich 2008 erstmals ein wissenschaftliches Symposion in Krefeld diesem besonderen Ensemble. Die Essenz der Veranstaltung, sechs hochinteressante Beiträge, ergänzt durch zahlreiche teilweise noch unveröffentlichte Fotografien, fügt der Beuysforschung nun einen wertvollen Beitrag hinzu.
AUSSTELLUNG Wolfgang Mattheuer in den Kunstsammlungen Chemnitz bis 26. September 2010 Der Maler, Bildhauer und Grafiker Wolfgang Mattheuer (1927–2004) gehört zu den bedeutendsten Vertretern der „Leipziger Schule“. Er nahm an allen wichtigen Kunstausstellungen der DDR teil und machte spätestens seit seinem Beitrag zur documenta 6 in Kassel ebenso im Westen auf sich aufmerksam. So finden sich einzelne seiner Werke schon früh auch in westdeutschen Museen. Der größte Bestand an grafischen Arbeiten wird indessen in Chemnitz aufbewahrt: Seit die Privatsammlung von Hartmut Koch in den Besitz der Kunstsammlungen übergegangen ist, verfügen diese über das nahezu vollständige druckgrafische Œuvre Mattheuers, der im Laufe seines Lebens knapp 900 Blätter mit über 400 Motiven schuf. In vielen fand er zu den Bildideen seiner Gemälde. Im vorliegenden Bestandsverzeichnis wird dieses Konvolut anhand großformatiger Abbildungen und kunstwissenschaftlicher Beiträge vorgestellt. So entfaltet sich die stets gegenständliche und doch teils rätselhafte Bildwelt des Grafikers in Radierungen, Lithografien, Holz- sowie Linolschnitten aus sechs Jahrzehnten. Köllefornia informiert: Der Kölner Wienand Verlag hat ein Buch mit 256 Seiten und 554 farbigen Abbildungen im Format 24,5 x 30,5 cm für 44,- Euro herausgegeben.
TONKUNST Thomas Siffling und Daniel Prandl „Ballads“, Jazz’n’ARTS, Vorfreude! Diese CD erscheint erst am 10. September 2010 Nachdem seine beiden letzten Trio-Alben „kitchen music“ (2007) und „cruisen“ (2009) eher dem Nu Jazz verpflichtet waren, verspürte Thomas Siffling seit einiger Zeit die Lust und den Reiz, sich einmal intensiv und gleich auf Albumlänge dem Genre der Balladen zuzuwenden. Schließlich hatte er schon immer ein Faible für ruhige Nummern, in denen er Raum hatte, Ton und Melodieführung auszukosten. Nach einem inspirierten und inspirierenden Duo-Konzert mit dem in Mannheim lebenden Pianisten Daniel Prandl war auch schnell ein passender Partner für das anspruchsvolle Projekt gefunden. Die beiden Musiker loteten gemeinsam diverse Sound- und Interpretationsmöglichkeiten aus, dabei immer auf der Suche nach homogen und warm klingenden Stimmungen. Sollte man Standards wählen? Oder vielleicht ein Programm aus deutschen Volksliedern zusammen stellen? Wie wäre es, bekannte Kinderlieder zu reharmonisieren und sie wie einen Standard zu behandeln? Die Ideen wanderten und wandelten sich. Was gerade noch sinnvoll und stimmig erschien, passte in der folgenden Session nicht mehr ins Bild. Scheinbar, denn in der folgenden Woche sah die Sache erneut anders aus. Die ganze Zeit aber ging es für beide Musiker fraglos darum, jene besonderen Momente einzufangen, in denen die Inspiration und die Kreativität zweier Individualisten in ein intensives und auch intimes Zusammenspiel mündet. Playing in the Twilight Zone: Man entschied sich früh für abendliche Studio- Sessions, die eine gleichermaßen entspannte Atmosphäre und eine hohe Konzentration versprachen - die beste Grundlage, um Tiefe und Sinnlichkeit aus dem musikalischen Material herauszukitzeln. Auf der Suche nach einem stimmigen Repertoire einigten sich beide Musiker schließlich auf eine luzide Mischung aus Eigenkompositionen, reharmonisierten Volks- und Kinderliedern und international bekannten Melodien wie „La Mer“. Intoniert in intimsten Zwiegespräch mit Flügel und Flügelhorn (2 Nummern auch auf der Trompete), ausgerichtet auf das Wesentliche: die Stimmung und den Sound. Es fehlt nicht an Stimmen aus dem Bekanntenkreis der Musiker, die behaupten, zumal Thomas spreche hier insbesondere mit einer Person, die (noch) nicht der Sprache mächtig ist. Aber vielleicht sind derartige Assoziationen auch etwas zu sensibel. Was aber nach dem Hören von „Ballads“ aber irgendwie auch nicht wundert, oder?
AUSSTELLUNG „Es geht ans Eingemachte. Mensch begegnet Figur“ bis 5. September 2010 im Gerhard Marcks Haus, Bremen In der Ausstellung zeigen vier zeitgenössische Bildhauer wie figürliche Bildhauerei ihr Publikum unmittelbar berührt. Sie präsentieren überdimensionale Menschendarstellungen, direkte Abbildungen von Körperlichkeiten und konfrontieren das Gegenüber auf unausweichliche Weise mit seinem eigenen Bild vom Menschen! Die monumentalen sowie lebensgroßen Figuren aus Beton, Stahl, Stoff und Holz evozieren Mitgefühl, Irritation, aber auch Ablehnung. Der Reiz liegt im Nicht-Perfekten, im Nicht-Idealisierten. Die Figuren erinnern direkt an Menschen – mit ihren Stärken und Schwächen, jenseits von gängigen Schönheitsidealen. Alle vier Künstler haben sich Formen des Realismus verschrieben, auch wenn er sich in den einzelnen Arbeiten auf sehr unterschiedliche Art und Weise äußert. Christina Doll arbeitet mit konkreten Porträts, Markus Keuler entwickelt seine Figuren aus der Beobachtung einer spezifischen Körperphysiognomie, Jan Ketelaar präsentiert die Wiedergabe typischer Gesten und Iris Kettner verwendet reale Kleidungsstücke. Ausgewählte Plastiken von Gerhard Marcks ergänzen die Ausstellung und verdeutlichen, dass die Gestaltung der menschlichen Figur sein künstlerischen Lebenswerk bestimmte. Dabei wird die Darstellung des menschlichen Ausdrucks mit strengen einfachen Formen verbunden. Er konzentriert den Ausdruck auf das Wesentliche, abstrahiert ihn aber nicht zur gegenstandslosen Form – in der Verdichtung liegt ein wesentliches Gestaltungsmerkmal seines Schaffens. Ausstellende Künstler: Christina Doll (*1972), Jan Ketelaar (*1958), Iris Kettner (*1968) und Markus Keuler (*1969), Gerhard Marcks (1889-1981). Der Katalog umfasst 60 Seiten mit zwei Essays und Interviews mit den Künstlern zum Preis von 23,- Euro.
BUCH UND AUSSTELLUNG Rudolf Steiner „Die Alchemie des Alltags“, Vitra Design Museum, 336 Seiten, 79,90 EUR, ISBN 978-3-93193-685-3 Es liegt in der Natur des Menschen, stets nach der einfachsten Lösung zu suchen. Tatsächlich wurden edle Einfalt und stille Größe nicht erst im Klassizismus idealisiert und das "Weniger ist Mehr" des modernen Designs wirkt als Leitgedanke über die Postmoderne hinaus bis in unsere Zeit. Köllefornia informiert: Die Ausstellung "Die Essenz der Dinge" bis zum 19. September im Vitra Design Museum in Weil am Rhein beleuchtet die Einflüsse und Motive eines Prinzips, das die Gestaltung raum- und zeitübergreifend geprägt hat. Die Vielfalt dieses Phänomens belegen Beispiele von Thonets legendärem Stuhl No. 14 über Möbel und Produktdesign von Gerrit Rietveld, Le Corbusier, den Eames, Max Bill, Dieter Rams, Shiro Kuramata oder Jasper Morrison bis hin zum iPod. Ergänzt werden diese um Fotos aus Architektur, Mode und Kunst. Bei aller Rationalisierung von Verfahren und Materialien, der Konzentration auf funktional Wesentliches und der Abstraktion von Formen bis hin zum Verschwin-den der Dinge zeigt sich, wie komplex das Prinzip der Einfachheit ist.
AUSSTELLUNG Bis 29. Mai nächsten Jahres zeigt das Bremer Museum Weserburg „Chronische Fluxitis - Sammlung Maria und Walter Schnepel“ Seit vielen Jahren begeistert sich das Bremer Sammlerpaar Maria und Walter Schnepel für jene Künstlergeneration, die man heute unter dem Begriff „Fluxus“ zusammenfasst. Ihr sowohl avantgardistischer, als auch aufrührerischer, ja neodadaistischer Geist manifestierte sich seit den 1960er Jahren in Europa, den USA und Japan. Die Fluxus Künstler verweigerten sich den Museen, veranstalteten die ersten Happenings und Aktionen und nutzten alle damals verfügbaren Medien für ihre antibürgerlichen und nicht affirmativen Kunstwerke. Die Ausstellung „Chronische Fluxitis“ folgt einem ungewöhnlichen Konzept. Sie ordnet die Werke der Ausstellung nach ihrem Entstehungsdatum und setzt sie in Beziehung zum Zeitgeschehen der 1960er, 1970er und 1980er Jahre. Die Ausstellung entwirft damit ein spannungsreiches Beziehungsgeflecht zwischen Kunst, Gesellschaft und Politik.
KUNSTBUCH Cornelia Schleime „Wer aus mir trinkt, wird ein Reh“, Kerber Verlag, 88 Seiten, 33,80 EUR, ISBN 978-3-86678-416-1 Die Bildnisse Cornelia Schleimes besitzen die erstaunliche Eigenschaft, den Blick des Betrachters intensiv zu erwidern. Die auf den ersten Blick befremdlichen Gemälde und Zeichnungen ihrer neusten Werkgruppe "Camouflage" zeigen nun Bildnisse auf ganz neue, radikale Weise: Mensch und Tier verbinden sich zu fantastischen zoomorphen Mischwesen. Ohne Bezüge zu Mythologie, Religion oder der Kulturgeschichte zoomorpher Mischwesen kann Cornelia Schleimes neue Werkgruppe vielmehr als Versuchsreihe über die Möglichkeiten und Grenzen des Bildnisses betrachtet werden. Der Titel verweist auf Techniken der Tarnung und Verschleierung: Die Frauen in den "Camouflage"-Bildern verbergen sich in ihren animalischen Metamorphosen. Wovor sie Schutz suchen, bleibt offen. Sicher ist nur, sie betreiben kein kokettes Versteckspiel, dessen Ziel im Entdecktwerden liegt.
TONKUNST CD "16 mm" von Drei im roten Kreis, JazzSick Records „Drei im roten Kreis“, das sind drei Musiker, die sich in Anlehnung an den Titel eines 60er Jahre-Krimis der Nouvelle Vague zu einem neuen spannenden Trio zusammengefunden haben. Das Ergebnis ist ein lebendiger Trialog: Athmosphärische Musik, gespielt "unplugged" mit punktuell eingesetzter Elektronik, Musik, die Bilder erzeugen soll, ein Hörspiel ohne Word, ein Soundtrack ohne Film. Die drei Musiker Reiner Witzel, Christian Scheuber und Markus Schieferdecker sind bereits seit vielen Jahren gemeinsam in der deutschen und internationalen Jazzszene unterwegs. Mit den Gruppen "Interjazz" und der Pianistin Regina Livinova bestritten sie bereitszahlreiche Konzerttourneen in Europa und Rußland. Im Sommer 2009 fiel dann anläßlich eines Konzerts des Seligenstädter Saxophonfestivals der Startschuß für das neue Trio Drei im roten Kreis. (erscheint erst am 25. Juni)
KUNSTBUCH Ernst Ludwig Kirchner „Drei Akte im Walde“, Kerber Verlag, 64 Seiten, 18,60 EUR, ISBN 978-3-86678-370-6 Unter dem Titel „Hackstücke“ beginnt das Wilhelm-Hack-Museum eine neue Ausstellungs- und Publikationsreihe, die Hauptwerke der eigenen Sammlung auf ihre Entstehungs- und Wirkungsgeschichte hin näher untersucht. Im Mittelpunkt des ersten Projekts dieser Reihe wird Ernst Ludwig Kirchners Gemälde „Drei Akte im Walde“ (1934/35) stehen, das zu den wichtigsten Beispielen seines abstrahierenden Spätstils zählt. Es bildet den Abschluss eines langjährigen Gestaltungsprozesses, in dem Kirchner anhand von Fotografien, Zeichnungen und Holzschnitten seine Bildvorstellung entwickelte, um sie am Ende auf die Leinwand zu übertragen. Ausstellung und Katalog rekonstruieren die spannende Entstehungsgeschichte des Gemäldes und geben einen profunden Einblick in die künstlerische Arbeitsweise Ernst Ludwig Kirchners.
AUSSTELLUNG Timm Ulrichs „Blick zurück nach vorn“, bis 19. September im Museum Ritter, Waldenbuch Timm Ulrichs ist einer der einfallsreichsten deutschen Künstler der Gegenwart. Abseits des künstlerischen Mainstreams hat er ein komplexes Werk entwickelt, das genreübergreifend sämtliche existierenden kunsthistorischen Kategorien sprengt. In den vergangenen fünfzig Jahren hat er ein ebenso umfangreiches wie beeindruckendes Werk geschaffen und damit die Kunst des deutschsprachigen Raums nachhaltig beeinflusst. Das Museum Ritter ehrt den Künstler anlässlich seines 70. Geburtstages mit einer großen Einzelausstellung. Dazu werden im gesamten Obergeschoss des Museums rund achtzig Werke aus den vergangenen fünfzig Jahren zu sehen sein. Ergänzt wird die Schau einige Arbeiten im Außenbereich des Museums und einigen, speziell für das Museum Ritter entworfenen oder in neuer Form aufgelegten Werken. Köllefornia informiert: Ein umfangreicher Katalog ist zur Ausstellung erschienen. Er enthält neben einer Postkartengrafik auch eine Audio-CD zum Preis von 24,80 EUR.
KUNSTTIPP Ein auf der Rückseite signiertes Metallschild „Betreten der Ausstellung verboten!“ von Timm Ulrichs, Aluminium-Prägeschild, 14,8 x 10,5 cm, unlimitiert, Preis einschliesslich 7% MwSt., Porto und Verpackung nur 11,50 Euro. Zu bestellen bei der Kunstvermittlung Horst Tress, Mail: horsttress@alice-dsl.net In den sechziger Jahren plädiert Timm Ulrichs dafür, die Kunst aus den Kunsträumen heraushalten und statuiert ein Exempel. Eingeladen zu einer Personale, macht er den Ausstellungsraum mit verschiedenen Desinfektionsmitteln keimfrei, legt Rattengift aus und versiegelt die Galerie. An der zugesperrten Eingangstür hängt das Ausstellungsplakat „Betreten der Ausstellung verboten!“ (Kabinett für aktuelle Kunst, Bremerhaven 1970). Zu dieser Ausstellungskonzeption ließ Ulrichs vorab das gleichnamige Schild herstellen – als Unikat in zweifarbigem Siebdruck auf Aluminium (1968/1969). Nach diesem Prototyp (der sich in der graphischen Sammlung des Sprengel Museums Hannover befindet) entstand 2007 die Multiple-Edition in Form eines geprägten Warnschildes. Timm Ulrichs’ Vorschlag, Kunst aus der Klausur der „keimfreien“ White Cubes der Galerien und Museen zu befreien, ist damit aktuell bekräftigt.
TONKUNST Barbara Dennerlein „Bebabaloo“, Bebab Records Barbara Dennerlein erwartet Sie an Bord der BEBABALOO zu einem Rundflug über ihr weit gestecktes musikalisches Terrain. Mit der 25. CD feiert die Organistin ihr 35-jähriges künstlerisches Schaffen als Musikerin und Komponistin. Die einzigartige Atmosphäre des Heidenheimer Lokschuppens, die ausgelassene Stimmung der Musiker und das begeisterte Publikum ließen den Konzertabend im Mai 2009 zu einer wahren Sternstunde des Jazz werden. Die intensive Beschäftigung der Organistin mit den Aufnahmen - von ihr persönlich mit Akribie und Perfektion editiert und gemischt - lässt diese CD ein ganz besonderes musikalisches und klangliches Kleinod werden.
TONKUNST Dirik Schilgen „Plenty of...“, JAZZ'n'ARTS ... lässige und entspannte Lounge-Musik. Zur Veröffentlichung ihrer neuen CD „ Plenty of...“ sind Dirik Schilgen JazzGrooves wieder auf Tournee. Seit Erscheinen der ersten CD im Jahre 2006 hat die Band auf vielen Bühnen in In-und Ausland gespielt. Die neue CD des mittlerweile national wie international agierenden Heidelberger Schlagzeugers Dirik Schilgen setzt das bisherige Konzept konsequent fort. Vielseitigkeit und Vielfarbigkeit ziehen sich, wie ein roter Faden, durch die neuen Kompositionen und vereinen auf wunderbar leichte Weise die vielen Facetten von Jazz, Soul, Brasilianischer und lateinamerikanischer Musik.
KUNSTBUCH Jörg Loskill „Hemut Bettenhausen“, Klartext Verlag, 96 Seiten, 24,90 EUR, ISBN 978-3-8375-0337-1 Helmut Bettenhausen lebt das Motto der Künstlerzeche „Unser Fritz“ in Herne-Wanne-Eickel seit rund 50 Jahren: „Von der Kohle zur Kunst“. Er gehört zu den Revier-Kreativen, die immer authentisch blieben – bis zum heutigen Tag. Er leugnet weder seine heimatliche Verbundenheit noch seine berufliche Herkunft. Doch erst durch sein Studium an der Folkwangschule löste er sich behutsam und sensibel vom bisherigen privaten und beruflichen Umfeld und widmete sich fortan dem künstlerischen Schaffen: als Zeichner und Objektemacher, als Installateur und Land-Art-Spezialist, als Bildhauer und Performance-Akteur oder auch als Grafiker. Er war Gründungsmitglied der Gruppen „B 1“ und „gerade“, richtete bereits ab 1964 sein Atelier auf der Zeche an der Stadtgrenze Wanne-Eickel/Gelsenkirchen ein. Bei allen wichtigen Initiativen zur aktuellen Kunst in der Region wie „Grenzüberschreitung R“, „Revier: Motiv und Motivation“, internationale Bauausstellung Emscherpark, Haldengestaltung etc. war er mit originären und originellen Ideen vertreten. Ausstellungen und Aktionen führten ihn in die weite Welt, bis nach Japan oder Australien – er darf als einer der führenden Botschafter für die Kunst im Ruhrgebiet angesehen werden. Durch seine Vielseitigkeit und seine Flexibilität, auf fast jede künstlerische Aufgabenstellung zu reagieren, hat er sich im Laufe der Jahrzehnte Achtung und einen hohen Beachtungsgrad (auch jenseits der Künstlerschaft) erworben. Bettenhausen sieht sich auch stets als Kollege – und hilft bei Projekten, in denen (beispielsweise verstorbenen) Künstler ein Denkmal oder ein Haus gewidmet wird. So richtete er auf Consolidation in Gelsenkirchen-Bismarck die Halle für die „Sammlung Werner Thiel“ vor einigen Jahren ein. Helmut Bettenhausen setzt in der Regel auf den Kontrast Schwarz-Weiß: eine scheinbar einfache Grundregel – doch er bezieht diese polare (Nicht-?)Farbigkeit aus seiner Biographie, seinen Wahrnehmungen, seinen Begegnungen, seiner Selbstbestimmung. Die Kohle lässt ihn nicht los. (Aus dem Vorwort von Jörg Loskill)
KLEINKUNST Horst Evers „Evers Box“, WortArt, 4 CDs, 19,95 EUR, ISBN: 978-3-8371-0300-7 In dieser Box finden Sie die vier Erfolgsprogramme: Horst Evers erklärt die Welt, Gefühltes Wissen, Mehr vom Tag und Schwitzen ist, wenn Muskeln weinen. Köllefornia informiert: Horst Evers, 1967 in Evershorst geboren, lebt seit über 20 Jahren in Berlin. Er studierte Germanistik und Publizistik, jobbte als Taxifahrer und Eilzusteller bei der Post. Bereits während des Studiums schrieb er erste Texte, die er zunächst in Zeitschriften veröffentlichte, später aber selber in der Mensa vortrug. Ermutigt vom Erfolg wollte er seine Erzählungen bald einem größeren Publikum zugänglich machen. Nach dem beinahe klassischen Beginn im Studentenkabarett gründete er daher 1990 zusammen mit fünf Freunden die Textleseshow "Dr. Seltsams Frühschoppen". Horst Evers bezeichnet sich selbst als Geschichtenerzähler. Dabei ist ihm vor allem daran gelegen, "das Erlebte zu pointieren und eine Dramaturgie hinein zu bringen". Die Resultate sind gleichermaßen lebensnah wie urkomisch. Viele Preise hat er gewonnen.
KUNSTBUCH Gert und Uwe Tobias „Zeichnungen und Collagen“, Kerber Verlag, 17 × 22 cm, 66 Seiten, ISBN 978-3-86678-371-3, EUR 17,90 Gert und Uwe Tobias zählen seit ihrer Ausstellung im New Yorker Museum of Modern Art zu den Shootingstars der internationalen Kunstszene. Die 1973 in Rumänien geborenen Zwillinge wurden vor allem durch großformatige Holzschnitte mit Motivanleihen osteuropäischer Volkskunst bekannt. Parallel dazu entstanden kleinformatige Zeichnungen, die sich durch ihre vielfältige und innovative Gestaltungsweise aus Acrylfarbe, Kugelschreiber und Collage einerseits sowie dem reinen Typendruck der Schreibmaschine andererseits auszeichnen. Dieses Konvolut von Arbeiten bildet zwei weitgehend eigenständige Werkkomplexe im Schaffen der Brüder, dem in Ludwigshafen erstmals eine eigene Ausstellung gewidmet und das im vorliegenden Katalog präsentiert wird. Köllefornia informiert: 1973 geboren in Kronstadt (Brasov), Rumänien, 1996–1998 Akademie für Bildende Künste Mainz (Prof. Winfried Virnich), 1998–2002 Hochschule für Bildende Künste Braunschweig (Prof. Walter Dahn) leben und arbeiten in Köln. Ausstellungen: u. a. im MoMA, New York, 2006; Kunstmuseum Bonn, 2008; Kestnergesellschaft Hannover, 2009; Museum Franz Gertsch, Burgdorf, 2009
KÜNSTLERBUCH Werner Tübke „Skizzenbuch 1952“, Plöttner Verlag, Reprint, 100 Seiten, ISBN 978-3-938442-85-2 Bestandskatalog der Zeichnungen und Aquarelle – Tübke Stiftung Leipzig. Geplant ist eine Reprintreihe. Köllefornia informiert: Werner Tübke, geboren am 30. Juli 1929 in Schönebeck (Elbe), gestorben am 27. Mai 2004 in Leipzig war ein deutscher Maler und Graphiker. Er war einer der bedeutendsten Maler der DDR und gehörte mit Bernhard Heisig, Wolfgang Mattheuer und Heinz Zander zur Leipziger Schule. Nach einem Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst war er u. a. als freier Künstler tätig. 1963 kehrte es als Dozent wieder an die HGB zurück, wo er später auch Professor und dann Rektor wurde. Tübke wurde vor allem durch das Bauernkriegspanorama in Bad Frankenhausen über die Bauernkriege im 16. Jahrhundert populär, das er nach einem Auftrag des Kulturministeriums der DDR über acht Jahre lang anfertigte.
KUNSTBUCH Erwin Wurm „Gurke", Dumont Buchverlag, 336 Seiten, 32 x 25 cm Hardcover, EUR 49,95, ISBN 978-3-8321-9241-9 Seit über 25 Jahren arbeitet Erwin Wurm an einem vielschichtigen Werk, das als „durchgehendes Forschungsprojekt zum Skulpturenbegriff" interpretiert werden kann. Für Wurm, der heute zu den erfolgreichsten Gegenwartskünstlern zählt, kann alles zur Skulptur werden: Handlungen, geschriebene oder gezeichnete Anweisungen oder selbst ein Gedanke. Der Künstler erkundet die Grenzbereiche zwischen den verschiedenen Ebenen von Aktion, Performance und Skulptur und übersetzt die Skulptur in die zeitgenössische Medienwelt. In den letzten Jahren hat er vermehrt Videofilme gedreht, die im vorliegenden Buch erstmalig publiziert und analysiert werden. Einer breiten Öffentlichkeit wurde Wurm durch seine ›One minute sculptures‹ und durch seine ›Fat‹-Skulpturen bekannt. ›Humor ist eine Waffe‹, hat er einmal gesagt. Erwin Wurm versteht sich darauf, sie friedlich, aber sehr gezielt einzusetzen. Köllefornia informiert: Erwin Wurm lebt zur Zeit in Wien. Er arbeitet hauptsächlich skulptural, sein Werk basiert auf Objekten, Installationen, Zeichnungen, Videos, Fotografien, Staubobjekten und den „One Minute Sculptures". Seit 2002 lehrt er als Professor für Bildhauerei/Plastik und Multimedia am Institut für Bildende und Mediale Kunst in Wien.
KUNSTBUCH Rolf Iseli „Zeitschichten", Kerber Verlag, 204 Seiten, deutsch / französisch, 38,- EUR, ISBN 978-3-86678-332-4 Rolf Iseli zählt zu den bekanntesten Schweizer Künstlern der Gegenwart. Erstmals dokumentiert dieser umfangreiche Katalog alle Themen und Entwicklungsschritte seines Œuvres. Er zeigt, wie Iselis Schaffen von der informellen Ölmalerei der Nachkriegszeit, über Skulpturen und Objekte im Kontext der Pop Art und Collagen und Assemblagen zu Beginn der 1970er Jahre den Übergang zum Materialbild vollzog. Iselis Kunst ist seitdem zwischen den Kunstgattungen angesiedelt. In immer neuer, stets dem Werkprozess verpflichteten Weise bezieht Iseli natürliche und künstlich hergestellte Materialien aber auch Gebrauchsgegenstände in vielerlei Mischform in seine Arbeiten ein. Rolf Iselis Thema ist der Mensch und sein natürlicher Lebensraum: In weiten Endzeitlandschaften taucht die Figur als Urwesen auf – die Antithese Mensch–Natur wird aufgehoben und als Synthese geformt und begriffen.
Weitere Tips:
www.kirsten-kloeckner.de Die Künstlerin Kirsten Klöckner lebt in Berlin und wurde mit ihren wunderbaren Multiples bekannt. Dazu zählt der Hammer aus Kristallglas, der Spiegel mit der Gravur "Kompliment" und der Orientierungswürfel für unentschlossene Zeitgenossen.
Kulturelle Veranstaltungen und mehr finden Sie unter www.empfehlung-zur-kunst.de
Mit der Spray-Banane kämpft Baumgärtel für die Freiheit der Kunst! Seit 1986 sind viele der besten Kunstorte weltweit mit der Spraybanane durch den Kölner Künstler Thomas Baumgärtel vernetzt worden, ca. 4000 Orte von Köln über New York, Basel, Berlin, London, Moskau, Wien u.a. Baumgärtel hat jeden Ort von Anfang an fotografiert - sein Archiv enthält mehr als 5000 Fotos von Museen, Galerien, Kunstvereinen und alternativen Orten. www.bananensprayer.de
www.salon-verlag.de Gerhard Theewen verlegt in seinem Salon Verlag Publikationen zur Kunst unserer Zeit. Kunstbücher, Kataloge und Multiples. Ein Muß für alle Kunstfans.

www.pantheon.de Das PANTHEON ist in eine der bekanntesten Kabarett- und Comedybühnen des deutschsprachigen Raums und genießt als solche beim Publikum, den Künstlern und Kritikern einen gleichermaßen hervorragenden Ruf. So ist das Pantheon z.B. die Heimstadt für die WDR-Kabarettfeste, den alljährlich Ende April stattfindenden Bonner Kabarettpreis "Prix Pantheon", aufgezeichnet vom WDR-Fernsehen und –Hörfunk und 3Sat. Preisträger sind u.a. Gerhard Polt, Harald Schmidt, Dieter Hildebrandt, Georg Kreisler, Helge Schneider und Michael Mittermeier. Zur närrischen Zeit gibt es die zum Kult avancierte kabarettistische Karnvalsrevue "PINK PUNK PANTHEON“. Weitere Programmpunkte sind Comedytheater, Vokalmusik (1x pro Jahr im Oktober das größte A Cappella-Festival in NRW), Lesungen (alljährlich im September gibt es auch die "Pantheon Lese-Tage"), Musiktheater, u.ä. Es spielen sowohl die "Stars" als auch der "Nachwuchs" der Szene und die lokalen Größen des Rheinlandes. Für Nachtschwärmer steigen an Wochenenden ab 23 Uhr Tanznächte (z.B. 80er Pop+Wave, 90er-Parties, Russendisko). Das Pantheon besteht seit 1987. Regelmäßig auftretende Künstler sind z.B.: Michael Mittermeier, Jürgen Becker, Biermösl Blosn, Thomas Freitag, Wise Guys, Horst Schroth, Pause + Alich, Matthias Deutschmann, Volker Pispers, Hagen Rether, Helge Schneider, Django Asül, Max Goldt, Heinrich Pachl, Richard Rogler, Gerd Dudenhöffer, Gerhard Polt, Ingo Appelt und viele, viele andere.
Ritterbach Verlag GmbH, der Verlag für Schule und Kunst, ist Herausgeber von vier Kunstzeitschriften: Junge Kunst, www.jungekunst-magazin.de - KeramikMagazinEuropa, www.keramikmagazineuropa.de - Neues Glas/New Glass, www.neuesglas.de - Kunsthandwerk & Design, www.kunsthandwerk-design.de Gerne können Sie ein Probeheft bestellen, besuchen Sie uns auf unserer Homepage www.kunstwelt-online.de
Wichtiger Hinweis: Das Landgericht Hamburg hat mit Urteil vom 12.05.1998 entschieden, dass durch die Anbringung eines Verweises (Links) auf eine externe Seite auch deren Inhalt gegebenenfalls mit verantwortet wird. Nach Urteil des Gerichtes kann dies nur dadurch verhindert werden, indem man sich vom Inhalt der externen Seiten ausdrücklich distanziert. Köllefornia ist für Inhalte auf externen Seiten, auf die hier verwiesen wird, nicht verantwortlich und lehnt jegliche Haftung für deren Inhalt ab.
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