eit dem legendären archäologischen Fund im Sommer 1856 gilt der Neanderthaler weltweit als das Synonym für die Urgeschichte des Menschen - ein bedeutendes Glied in der Evolutionskette.
Um seiner Bedeutung Rechnung zu tragen, wurde im Oktober 1996 ein neues Museum an diesem zentralen Ort der Forschungsgeschichte eingeweiht. Die Stiftung Neanderthal Museum ist der Betreiber des Museums, dessen Realisierung nur durch die Unterstützung zweier bedeutender Förderer, der Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege und der RWE AG möglich war. Der Kreis Mettmann hat die zentrale Trägerschaft der Stiftung Neanderthal Museum übernommen und sich damit die Pflege und Popularisierung des kulturellen Erbes "Neandertal" zum Ziel gesetzt.
Die Fragen "Woher kommen wir?", "Wer sind wir?", "Wohin gehen wir?" verdeutlichen die Intention des Museums. Der legendäre Ort ist Veranlassung, über die Entwicklungsgeschichte der Menschheit zu reflektieren. Deshalb werden nicht nur die Neanderthaler und ihre Zeit präsentiert, sondern die gesamte Entwicklungsgeschichte –von den Anfängen in den afrikanischen Savannen bis in die Gegenwart. Dabei werden biologische und kulturelle Entwicklung des Menschen zu einem gemeinsamen Erzählstrang verdichtet. Die Ausstellung will ein großes Publikum für das Thema Humanevolution begeistern und Faszination ausüben.
Seit Eröffnung im Oktober 1996 kommen jährlich bis zu 200.000 Besucher in das neue Museum, um den langen Weg der Menschheit aus dem Savannen Afrikas in die Häuserschluchten der Metropolen von heute zu verfolgen. Oder sie legen "Hand an" in der Steinzeitwerkstatt und erleben bei Kursen, Workshops und Demonstrationen urgeschichtliche Techniken und Lebensformen "live". Viele Schüler- und Erwachsenengruppen nutzen auch das umfangreiche Führungsangebot des Hauses.
Mit den Planungen im Rahmen der EUROGA 2002plus wird das Neandertal und sein Museum um weitere Attraktionen, die Fundstelle des Neanderthalers und den Skulpturenpfad "Menschenspuren" bereichert. Mit den neuen Maßnahmen werden die verschiedenen Zeugnisse und Anziehungspunkte des Tales zu einer faszinierenden Erinnerungslandschaft zusammenwachsen, die Mythos, Wissenschaft, Kunst, Naturschutz und Freizeitbedürfnis auf besondere Weise miteinander verbindet.