Neandertaler- so waren sie wirklich



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Mythos Neandertaler

In vielen Köpfen steckt noch immer die Vorstellung vom Neandertaler als kraftstrotzendem Dummkopf.
Seit seiner Entdeckung im Jahre 1856 wurde viel über die Lebensweise und die Fähigkeiten dieser altsteinzeitlichen Menschenart gestritten. War der Neandertaler ein tumber Tor oder ein toller Typ?

Zur Geschichte des Neandertalerfundes
Als im Jahr 1856 in einem wildromantischen Tal bei Düsseldorf ein menschliches Skelett gefunden wurde, wußte man dies nicht recht einzuordnen. Zwar glaubte schon der Finder, hier die Überreste eines eiszeitlichen Menschen vor sich zu haben, bis dies von der Wissenschaft anerkannt wurde und eine Menschenart schließlich nach dem Fundort »Neanderthaler« (bzw. Homo sapiens neanderthalensis) benannt wurde, sollte noch einige Zeit vergehen.
 
Erste genetische Analysen am namengebenden Neandertaler
und die Wiederentdeckung seiner Fundstelle
Seit 1991 werden die namengebenden Originalfundstücke aus dem Neandertal im Rahmen eines interdisziplinären Projektes neu untersucht, wobei unter anderem das bisher älteste menschliche Genmaterial analysiert wurde. Außerdem konnte bei neuen Ausgrabungen die in Vergessenheit geratene (weil einem Steinbruch zum Opfer gefallene) Fundstelle, wo im 19. Jh. die ersten Skelettfunde gemacht wurden, wieder zweifelsfrei lokalisiert werden: Im Jahr 2000 wurde dort ein Stück des Gesichtsschädels freigelegt, das exakt an die vor knapp 150 Jahren gefundene Schädelkalotte passt.
 
 
Die Neandertaler - eine hochspezialisierte Art
Daß der Neandertaler besonders gut an die klimatischen Verhältnisse der Eiszeit angepaßt gewesen sei, nur schlecht mit Werkzeugen umgehen konnte und sich ausschließlich von Fleisch ernährte, sind einige ebenso weit verbreitete wie viele andere falsche Annahmen.

Seit dem legendären archäologischen Fund im Sommer 1856 gilt der Neanderthaler weltweit als das Synonym für die Urgeschichte des Menschen - ein bedeutendes Glied in der Evolutionskette.

Um seiner Bedeutung Rechnung zu tragen, wurde im Oktober 1996 ein neues Museum an diesem zentralen Ort der Forschungsgeschichte eingeweiht. Die Stiftung Neanderthal Museum ist der Betreiber des Museums, dessen Realisierung nur durch die Unterstützung zweier bedeutender Förderer, der Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege und der RWE AG möglich war. Der Kreis Mettmann hat die zentrale Trägerschaft der Stiftung Neanderthal Museum übernommen und sich damit die Pflege und Popularisierung des kulturellen Erbes "Neandertal" zum Ziel gesetzt.

Die Fragen "Woher kommen wir?", "Wer sind wir?", "Wohin gehen wir?" verdeutlichen die Intention des Museums. Der legendäre Ort ist Veranlassung, über die Entwicklungsgeschichte der Menschheit zu reflektieren. Deshalb werden nicht nur die Neanderthaler und ihre Zeit präsentiert, sondern die gesamte Entwicklungsgeschichte –von den Anfängen in den afrikanischen Savannen bis in die Gegenwart. Dabei werden biologische und kulturelle Entwicklung des Menschen zu einem gemeinsamen Erzählstrang verdichtet. Die Ausstellung will ein großes Publikum für das Thema Humanevolution begeistern und Faszination ausüben.

Seit Eröffnung im Oktober 1996 kommen jährlich bis zu 200.000 Besucher in das neue Museum, um den langen Weg der Menschheit aus dem Savannen Afrikas in die Häuserschluchten der Metropolen von heute zu verfolgen. Oder sie legen "Hand an" in der Steinzeitwerkstatt und erleben bei Kursen, Workshops und Demonstrationen urgeschichtliche Techniken und Lebensformen "live". Viele Schüler- und Erwachsenengruppen nutzen auch das umfangreiche Führungsangebot des Hauses.

Mit den Planungen im Rahmen der EUROGA 2002plus wird das Neandertal und sein Museum um weitere Attraktionen, die Fundstelle des Neanderthalers und den Skulpturenpfad "Menschenspuren" bereichert. Mit den neuen Maßnahmen werden die verschiedenen Zeugnisse und Anziehungspunkte des Tales zu einer faszinierenden Erinnerungslandschaft zusammenwachsen, die Mythos, Wissenschaft, Kunst, Naturschutz und Freizeitbedürfnis auf besondere Weise miteinander verbindet.

Impressum |Mail: Adrian Reese |Anzahl der Besucher: [an error occurred while processing this directive]

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