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DER TÜRKISCHE KUNTAKINTE
Der Geschäftsmann und der Sklave 
Es war einmal ein Mann, der sich aus dem Nichts ein Geschäft aufbaute und das unter schwierigsten Voraussetzungen. Da er früher nichts hatte und jetzt erkannte warum er so spät Erfolg hatte, versuchte er einen jungen Mann im Alter von 26 Jahren, der im Nachbarhaus wohnte und der ihn sehr an ihn von damals erinnerte, davon zu überzeugen, dass er etwas vernünftiges lernen sollte, vor allem Geld zu sparen, um nicht ebenfalls mit Vierzig das Gefühl zu haben, spät dran zu sein.
Der junge Mann arbeitete im Tourismusbereich, im Winter war er arbeitslos und brauchte seine Ersparnisse vom Sommer schnell auf. Er lebte bei der Großmutter, die ebenfalls sehr wenig Rente hatte und unterstützte sie mit. Die Familie des Geschäftsmannes und die des jungen Mannes war befreundet und man verstand sich so gut, dass der Geschäftsmann dem jungen Mann eine Chance bieten wollte, es besser zu machen, als er es in seinem Alter tat.
Er bot dem jungen Mann an, in seiner Firma erst einmal etwas beim Zusehen zu lernen und mit diesen Erfahrungen später als Mitarbeiter einzusteigen. Der junge Mann war Feuer und Flamme. Es wurde ihm als Ansporn das Motorrad des Geschäftsmannes als Geschenk in Aussicht gestellt.
Um zu sehen, wie verlässlich der junge Mann ist, wurde ihm erst einmal der Hund des Mannes stundenweise anvertraut. Es lief anscheinend gut, bis am Ende das Interesse nachließ und der Hund offensichtlich in seinem Zwinger blieb, wissentlich aus Einsamkeit sein Wasser ausschüttete , nach der Rückkehr des Geschäftsmannes durstig war und Unmengen Wasser trank und der junge Mann trotzdem vorgab, sich durchgehend an diesen Nachmittagen oder Abenden um den Hund gekümmert zu haben.
Der Geschäftsmann lernte dem jungen Mann das Motorradfahren, er durfte mit dem Motorrad auch alleine Besorgungen machen, er zeigte ihm, wie man handwerklich auch beruflich Fuß fassen kann und nahm ihn geschäftlich mit und versuchte ihm eine Basis zu schaffen, um später Geld auf eigenen Füssen zu verdienen. Der junge Mann erhielt sozusagen eine Anleitung, es besser zu machen, als der Geschäftsmann es in seiner Jugend tat.
Anstatt ihm Geld zu geben, da der junge Mann nie volle Arbeitskraft einsetzen musste, eher herumprobierte, gab er ihm 3 Monate Essen, Trinken, auch noch verschiedene andere Dinge, die er sich mangels Geld nicht leisten konnte und er war bei ihm wie zu Hause, übernachtete oft dort und durfte sich sich am Kühlschrank bedienen, wann immer er wollte . Da er anscheinend noch im Wachstum war, tat er das oft, viel und gern. Aber so war jeder zufrieden.
Der Geschäftsmann bezahlte auch eine Internetleitung für den jungen Mann, vorab inklusive Anschlussgebühren für 6 Monate, die Müllgebühren, um die Großmutter und ihn zu entlasten, lieh im Geld für ein gebrauchtes Fahrrad, dieses Geld sollte der junge Mann später zurück geben.
Der junge Mann hörte aber nicht auf, sich die Haare vor dem Spiegel zu kämmen und zu träumen. Nach einem sehr langen Abend bei dem Geschäftsmann zu Hause vor dem Fernseher übernachtete er bei ihm und am nächsten Tag ging er nach Hause und kam nicht wieder.
Da die beiden Nachbarn waren, war das sehr seltsam.
Nach Wochen, die der junge Mann sich nicht sehen ließ, schloss die Ehefrau des Geschäftsmannes bewusst die Internetleitung des jungen Mannes, um ihn zu animieren, zu kommen und danach zu fragen.
Aber er kam nicht, sein kleiner Bruder kam, der die Leitung anscheinend auch benützte, genau wie die Familie im Nachbarhaus auf der anderen Seite, die verwandt zu dem jungen Mann waren. Keiner hielt es für nötig, nachzudenken, wieso denn jetzt alles anders ist.
Einige Zeit danach kam der junge Mann zufällig vorbei und konnte nicht mehr ausweichen. Er fragte, er würde nicht verstehen, wieso der Geschäftsmann diese beiden Leitungen jetzt im Büro braucht und er die zweite Leitung nicht mehr nützen kann, sein Cousin würde auch noch gerne eine dritte Leitung anschließen. Er wäre arbeitslos, seine Frau auch und hätten kein Geld um selbst eine Leitung zu bezahlen und man könnte die Rechnung ja zu dritt teilen. Da der Geschäftsmann bisher zwar die Leitung teilte, jedoch die Rechnung schon monatelang allein trug, lächelte er nur.
Der Geschäftsmann sagte ihm, dass er zu Hause nicht so ausgerüstet sein muss und die Geräte im Büro braucht, aber wenn der junge Mann ein neues Modem kaufen würde, könnte man ihn wieder mit anschliessen. Die Kosten müsste er dafür allerdings diesmal selbst tragen. Das wollte der junge Mann aber nicht und verzichtete.
Im gleichen Atemzug erzählte der junge Mann, dass er sich Möbel gekauft hätte, einen Fernseher und diese auf Raten zurückzahlen möchte ,
Der Geschäftsmann nahm das Geld für die vorgestreckten Kosten in den ganzen Monaten dann nicht an, er sagte, das wäre nicht nötig und er würde es ihm erlassen, dafür, dass er sich die Zeit genommen hatte, etwas von ihm zu lernen.
Der junge Mann erzählte, dass er für den Sommer vorhätte, ein tatoo Geschäft aufzumachen und dass er damit sehr viel Geld verdienen würde. Alles was der Geschäftsmann mit ihm besprochen hatte, schien er vergessen zu haben. Er flog wieder in seinen Träumen herum und redete sich selbst gut zu.
Der Geschäftsmann hatte zu diesem Zeitpunkt den jungen Mann seit fast 3 Monaten nicht mehr gesehen, da dieser sich anscheinend im Haus der Grossmutter versteckte und auch immer vermied, von ihm gesehen zu werden.
Zu dieser Zeit kam der Vater und der Onkel des jungen Mannes zurück und es schien, auch die würden sich nicht mit dem jungen Mann verstehen.
Als der Geschäftsmann dann einen Monat später dringend jemanden brauchte, der mit ihm auf Geschäftsreise geht, versprachen alle ihm zu helfen, nur der junge Mann nicht. Dieser hatte für einen Monat Arbeit als Maler angenommen.
Doch in seiner Not fragte der Geschäftsmann den jungen Mann, ob er ihn den nicht begleiten würde. Er würde ihm auch alles bezahlen. Und der junge Mann willigte ein.
Sie fuhren für zwei Tage an einen Ort, der fast 1000 km entfernt lag und das Auto hatte Probleme und sie hatten keine Chance am nächsten Tag zurück zu fahren. Damit der junge Mann wieder zurück konnte, mietete der Geschäftsmann ein Auto und brachte ihn zurück, er fuhr zum dritten Mal die 1000 km, um sein eigenes Auto abzuholen und verlor kein Wort über die Kosten, die die Rückfahrt wegen dem jungen Mann aufgelaufen waren.
Der junge Mann äusserte sich jedoch gegenüber der Frau des Geschäftsmannes abfällig und sagte, er hätte zwei Tage Lohn aus seinen Malerarbeiten verloren. Aber das wäre in Ordnung. Aber er hätte sich auch sehr geärgert, da der Geschäftsmann ihm in der Woche vor der Fahrt das Motorrad nicht hätte fahren lassen.
Grund war, der junge Mann hatte zusammen mit seinem Vater, Onkel und dem Geschäftsmann Alkohol getrunken und der Vater verbot dem jungen Mann zu fahren und der Geschäftsmann stimmte dem zu.
Als der Geschäftsmann wieder zurück kam und den jungen Mann brauchte, der für ihn ein wichtiges Dokument unterschrieben hatte, war der junge Mann verschwunden. Seine Familie erzählte dann, er wäre 300 km entfernt und würde dort jetzt arbeiten und nicht zurück kommen. Diese Aktion kostete den Geschäftsmann weiteres Geld und Zeit, die er verlor, um das Geschäft abzuwickeln.
Der Geschäftsmann rief den jungen Mann an, er ging nicht ans Telefon. Nach mehreren Versuchen erhielt der Geschäftsmann die Handy-Nachricht, dass der junge Mann nie mehr mit ihm sprechen möchte, da er ihn sehr verletzt hätte.
Als der Geschäftsmann ihm zurück schrieb: Ich dachte Du wärst ein Mann, das war wohl mein Fehler,
kam zurück:
Du kannst Dir jetzt einen anderen Kuntakinte ( Anmerkung: schwarzer Sklave aus einer TV-Serie) suchen, mit mir brauchst Du nicht mehr zu rechnen.
Der Geschäftsmann, der durch den jungen Mann und sein Verhalten viel Geld verloren hatte, zog es vor, nicht mehr zu antworten und den jungen Mann in seine Vergessenheitsliste zu schreiben.
Die Moral von der Geschichte:
Das Motorrad steht nun in der Garage und keiner wird es mehr fahren, außer der Geschäftsmann selbst. Und der junge Mann sieht weiter in den Spiegel um seine Haare zu kämmen, bis er eines Tages keine Haare mehr hat und vielleicht dann versteht, was der Geschäftsmann ihm angeboten hatte.
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